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Versicherungen : Weniger Policen über Vertreter abgeschlossen

Auch in der Autoversicherung erlebten die Versicherungsvertreter Marktanteilsverluste Bild: dpa

Verbraucher schließen ihre Versicherungspolicen immer seltener über Vertreter einer Versicherungsgesellschaft ab. Der Trend geht zu Internetvergleichsportalen und Maklern.

          Verbraucher schließen ihre Versicherungspolicen immer seltener über Vertreter einer Versicherungsgesellschaft ab. In den vergangenen vier Jahren sank deren Anteil an den Beitragseinnahmen im Schaden-Unfall-Geschäft von 60 auf 56 Prozent, wie aus einer Untersuchung der Unternehmensberatung Towers Watson hervorgeht. Zu dieser Sparte zählen etwa Haftpflicht-, Unfall- und Gebäudeversicherungen. Auch in der Autoversicherung - mit einem Anteil von 40 Prozent größtes Teilsegment - erlebten die Vertreter Marktanteilsverluste in dieser Größenordnung. Profitiert haben bei Kfz-Policen zwei Vertriebskanäle: Makler gewannen 3 Prozentpunkte auf 20 Prozent, der Direktvertrieb legte um 2 Prozentpunkte auf 8 Prozent zu.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Diesen beiden Gruppen ordnen die befragten Versicherer, die 85 Prozent der Marktprämie repräsentieren, auch die in diesem Segment kontinuierlich an Bedeutung zunehmenden Internetvergleichsportale zu. Makler profitieren überdies davon, dass das Geschäft mit größeren Autoflotten zunimmt, in dem sie traditionell einen höheren Marktanteil haben. Dagegen verloren die Autohändler seit dem Jahr 2007 0,6 Prozentpunkte ihres Marktanteils auf nun 4,2 Prozent.

          Auffällig ist die Entwicklung in der Unfallversicherung: Hier bauten Banken ihren Anteil entgegen dem sonstigen Trend um 4,7 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent aus, wobei die Entwicklung im Jahr 2011 leicht zurückging. „Die Banken suchen offenbar nach Ersatz für das rückläufige Geschäft in der Lebensversicherung“, erklärte Studienautor Ulrich Wiesenewsky den langfristig steigenden Anteil der Banken. Weil die Unfallversicherung verwandter mit Vorsorgeprodukten sei als etwa Autopolicen, könnten Bankverkäufer mit einem leichten Schwenk in ihrer Beratung Einnahmeverluste ausgleichen.

          Die beobachteten Trends dürften sich auch in der Zukunft fortsetzen. 47 Prozent der Unternehmen gaben an, dass Internetportale für sie in den kommenden fünf Jahren eine zunehmende Bedeutung erhielten, 43 Prozent sehen eine weiter wachsende Bedeutung von Maklern. Für weniger wichtig in der Zukunft halten die Unternehmen die Strukturvertriebe und die Vertreter.

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