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Faustregel „O bis O“ : Winterreifen nicht vergessen

  • -Aktualisiert am

In den Autowerkstätten geht es schon bald mit dem Reifen- und Räderwechsel wieder rund. Bild: ZB

Autofahrer sollten sich langsam wieder an die Faustregel „O bis O“ erinnern. Der Oktober naht und der Reifenwechsel sollte bei jedem Auto anstehen. Sonst droht Bußgeld.

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          Der Sommer ist vorbei, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken. Es wird langsam Zeit, sich als Autofahrer und Besitzer eines Pkw an die Faustregel „O bis O“ zu erinnern: Von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen aufgezogen sein.

          Wer welche hat, die noch in einem guten Zustand sind, sollte nun schnell und vorausschauend einen Termin beim Reifen- oder Autohändler machen. Wer wiederum neue benötigt, sollte noch schneller reagieren und neue Winterreifen vor Oktober frühzeitig kaufen. Ein Blick auf die Preisentwicklung im vergangenen Jahr zeigt nämlich, dass ab Ende September die Reifenpreise steigen.

          „Situative Winterreifenpflicht“

          Wer meint, es sei gleichgültig, ob er nun noch länger mit seinen Sommerreifen durch das Land fährt, muss bei einem Unfall aber mit Problemen mit seiner Versicherung rechnen. Denn seit dem Jahr 2010 gilt laut § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrs-Ordnung die sogenannte „situative Winterreifenpflicht“ in Deutschland.

          Pflicht sind Winterreifen demnach bei schlechten Straßenverhältnissen, etwa Schnee, Eis und Reifglätte. Der ADAC empfiehlt Autofahrern, Winterreifen nach der sogenannten O-bis-O-Regel zu montieren: Demnach sollen von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern Winterreifen auf dem Auto bleiben. Grundsätzlich sollten die Pneus eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben. Ansonsten sollten sie ausgemustert werden.

          Warum sind Winterreifen überhaupt wichtig?

          Bei niedrigeren Temperaturen kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren. Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet sich bei sehr niedrigen Plusgraden, wodurch sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren kann. Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen.

          Das bedeutet, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte das Fahrzeug nur gefahren werden sollte, wenn es mit geeigneten Reifen ausgerüstet ist. Seit dieser Wintersaison 2017/18 gelten nur noch solche Reifen wintertauglich, die das „Alpine-Symbol“ (den gezackten Berg mit einer Schneeflocke) tragen.

          Nach einer Übergangsregelung darf jedoch jeder Autofahrer die sogenannten M+S-Reifen ohne das Schneeflocken-Symbol noch bis zum 30.September 2024 fahren, wenn diese vor dem 31. Dezember 2017 hergestellt wurden.

          Wie steht es um Geldbußen und Versicherungsschutz mit Sommerreifen?

          Erwischt die Polizei einen Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen, sind 60 Euro fällig. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg. Mit 80 Euro und ebenfalls einem Punkt in der Verkehrssünderdatei müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und andere behindern – etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben. Bei einer Gefährdung von anderen steigt das Bußgeld auf 100 Euro.

          Versicherungsschutz besteht in aller Regel mit Sommerreifen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bleibt der Haftpflichtschutz für Autofahrer mit Sommerreifen in jedem Fall bestehen, wenn diese im Winter einen Unfall verursachen. Das heißt, die Versicherung zahlt dem Unfallopfer den Schaden. Anders sieht es jedoch unter Umständen beim Vollkaskoschutz aus, der den Schaden am eigenen Auto abdecken soll. Kann nachgewiesen werden, dass der Autofahrer fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs war, kann die Versicherung die Zahlung kürzen.

          Wie lagert man am besten Sommerreifen?

          Sommerreifen sollten im Winter trocken, dunkel und nicht zu warm gelagert werden. Optimal ist es, die Sommerreifen auf den Felgen auf einer Palette liegend übereinander zu stapeln und abzudecken. Auch lassen sich die Reifen am Felgenloch aufhängen, um Druckstellen zu vermeiden. Reifen ohne Felge stehen dagegen besser und sollten etwa alle vier Wochen etwas gedreht werden, um Dellen zu vermeiden. Auf jeden Fall sollten Autobesitzer vor dem Abmontieren die Position am Auto mit Kreide auf den Reifen schreiben – das erleichtert die Montage im Frühjahr.

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