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Versicherungen : Gerüstet gegen den Shitstorm

Der Textildiscounter Kik hat mit öffentlichen Angriffen über das Internet Erfahrung. Bild: dpa

Wenn ein Shitstorm ein Unternehmen trifft, kann nicht bloß dessen Ruf Schaden nehmen – auch finanziell können Trolle erheblichen Schaden anrichten. Mit speziellen Versicherungen können sich Konzerne dagegen schützen.

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          Von Kik haben viele andere Unternehmen gelernt. Im Jahr 2012 ist eine Textilfabrik in Pakistan abgebrannt, 259 Menschen starben. Der Billiganbieter musste eingestehen, dass auch er darin fertigen ließ. Damit wurde er empfänglich für öffentliche Angriffe und Schadensersatzforderungen. Konsumenten verloren das Vertrauen, in den sozialen Medien wurde der Textildiscounter harsch kritisiert. Seither haben sich viele Unternehmen klar gemacht, wie anfällig für Kritik sie auf jeder Stufe der Lieferketten sind.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Im selben Jahr haben sich auch erstmals Versicherer systematisch mit Reputationsschäden beschäftigt. Cyberattacken hatten das Risiko aufgezeigt, dass im Namen eines Unternehmens Schindluder im Internet getrieben werden könnte und dass ihnen dadurch hohe Kosten entstehen. Heute, sechs Jahre später, zählen Unternehmen die Reputationsrisiken zu den zehn wichtigsten Unternehmensrisiken überhaupt, wie aus dem Allianz Risk Barometer hervorgeht. „Trotzdem sind viele Unternehmen noch immer erst mangelhaft gegen die Folgen einer Reputationskrise abgesichert“, ließ sich kürzlich Martin Zschech, für Finanzgeschäftsfelder zuständiger Manager der Allianz-Industrieversicherung AGCS, zitieren.

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