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Insurtechs : Versicherer fürchten Start-up-Unternehmen

Versicherer haben im Zeitalter des Klimawandels und seinen Folgen genug zu tun. Bild: dpa

Konventionelle Versicherer setzen immer mehr auf Innovationen. Gleichzeitig erwartet aber eine Mehrzahl von ihnen Einbußen wegen einer neuen Konkurrenz.

          Die Versicherer machen schon eine Menge, um sich auf die Digitalisierung einzustellen. Einige kooperieren dabei auch mit „Insurtechs“, das sind techniklastige Start-ups in der Versicherungsbranche, ähnlich den Fintechs der Banken. Gleichwohl fürchten 85 Prozent der Versicherer einbrechende Erlöse durch die neue Konkurrenz. Das sind Ergebnisse einer Studie des Beratungsunternehmens PWC, des „Global Insurtech Report 2017“. Für die Untersuchung wurden 189 Versicherungsmanager aus 40 Ländern befragt.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Studie kommt zu dem Ergebnis, im Laufe des vergangenen Jahres habe sich der Blick der Versicherer auf die Insurtechs verändert. Auch wenn es weiterhin Bedenken gebe, dass die Branche Umsatz an die neuen Marktteilnehmer aus dem techniklastigen Segment verliere, gebe es ein wachsendes Verständnis für die Stärken der Insurtechs: „Die Versicherungshäuser erkennen, dass sie von Insurtechs lernen können“, schreibt PWC.

          Konventionelle Versicherer setzten dabei durchaus auch auf Innovationen. 84 Prozent wollten etwa in „Data Analytics“ investieren, also in Instrumente für die Auswertung großer Datenmengen. 68 Prozent wollten schon bis 2018 die Technik der Blockchain in ihrem Haus einsetzen.

          Hinter diesem Begriff steckt ein kryptographisches Verfahren mit einer Kette von Datenblöcken, die untereinander verbunden sind, wie das etwa bei der Internetwährung Bitcoin der Fall ist. 58 Prozent bemühen sich den Angaben zufolge im Online-Geschäft um mobile Anwendungen und wollen in den nächsten zwölf Monaten in dieses Geschäft investieren.

          Während man meinen könnte, der Einsatz für die Digitalisierung auf vielen Ebenen bis hin zum Vorstand in den konventionellen Versicherungsunternehmen könnte für Beruhigung sorgen, was das mögliche Wegbrechen der Umsätze zugunsten der digitalen Konkurrenz angeht, ist offenbar das Gegenteil der Fall.

          Während noch bei der letzten Umfrage von PWC im vergangenen Jahr kein Versicherer meinte, das gesamte Geschäft an die Internetunternehmen verlieren zu können, gab es jetzt doch welche, die fürchteten, 81 bis 100 Prozent (1 Prozent der Befragten) oder zumindest 61 bis 80 Prozent des Umsatzes (3 Prozent der Befragten) könnten gefährdet sein. Immerhin 45 Prozent gaben an, dass ihr Unternehmen aktuell schon mit Insurtechs in irgendeiner Form zusammenarbeite.

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