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Ernüchternder Test : Was ein Bankschließfach kostet

  • Aktualisiert am

Knappes Gut: Schließfächer bei Banken sind gefragt. Bild: dpa

Verbraucherzentralen haben den Schließfach-Service von Filialbanken untersucht. Ihr Fazit fällt schlecht aus.

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          Die Verbraucherzentralen NRW haben den Schließfachservice von acht Filialbanken untersucht. Getestet wurden Deutsche Bank, Commerzbank, Hypovereinsbank, die Sparkassen Essen und Düsseldorf sowie die Volksbanken von Dortmund, Münster und Krefeld.

          Die Tester wollten ein Schließfach mit einer für das Format DIN-A-4 ausreichenden Grundfläche und zehn Zentimetern Höhe anmieten. Am günstigsten war mit 47 Euro im Jahr die Volksbank Münster, während die Commerzbank mit 89 Euro fast doppelt so viel verlangte. Die Regel war ein Preis von 60 Euro.

          Wichtig zu wissen sei aber, dass auch ein Schließfach keine absolute Sicherheit biete. Besitzer müssten den eingelagerten Inhalt gegen Feuer oder Raub absichern. Mitunter greife die eigene Hausratversicherung. Das lasse sich in den Versicherungsbedingungen etwa unter dem Punkt „Außenversicherung“ überprüfen. Allerdings leiste die Versicherung nur, wenn keine andere Assekuranz den Schaden übernimmt.

          Versicherung nicht immer dabei

          Bei den meisten Geldinstituten sei eine Versicherung im Mietpreis enthalten. Den höchsten Schutz bot die Sparkasse Essen mit einer Deckung von bis zu 30.700 Euro bei einer Jahresmiete von 49,95 Euro.

          Mager sei dagegen das Angebot der Genossenschaftsbanken. Die Volksbank Krefeld versichere standardmäßig 5000 Euro, die Dortmunder Volksbank nur 2500 Euro und die Volksbank Münster gerade einmal 1500 Euro. Schon der Wert einer einzelnen Goldmünze übersteige oft diesen Grenze. Die Stadtsparkasse Düsseldorf und die Deutsche Bank böten gar keine Versicherung an. Dort fehlte eine Versicherung im Mietpreis. Die Stadtsparkasse Düsseldorf kassiere noch einmal extra: rund 54 Euro für 40.000 Euro Versicherungsschutz zusätzlich zu einer Schließfachmiete von 70 Euro.

          Teuer wird der Verlust des Schlüssels. Kurios sei dabei das Angebot der Stadtsparkasse Düsseldorf. Der Ersatzschlüssel für ein Fach in der mechanischen Schließanlage koste 53,48 Euro, in der elektronischen Anlage 198,73 Euro. Den Spitzenpreis rief die Volksbank Münster mit 350 Euro auf. Wenn ein Schlosser gerufen werden muss, sind bei allen Banken rund um 350 Euro fällig. Die Volksbank Krefeld macht den Preis davon abhängig, ob ein eigener Mitarbeiter das Schloss auswechseln kann oder eine Fremdfirma beauftragt werden muss. In letzterem Fall steigt der Preis auf satte 773,50 Euro.

          Auch die Erlangung eines Schließfaches ist schwierig. Mit Ausnahme der Volksbank Krefeld vermieten alle Institute ihre Schließfächer nur an Kunden, die bei ihnen auch ein Konto führen. Bei der Volksbank Dortmund sind fast alle Fächer belegt; in etlichen Filialen würden Wartelisten geführt. Auch andere Geldhäuser wussten von Engpässen in einzelnen Filialen. Nur bei der Sparkasse Essen ist Platz. Hier gebe es 3.900 freie Fächer.

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