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Berufsunfähigkeit : Wie der finanzielle Ruin bei Krankheit ausbleibt

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Es muss nicht immer ein schwerer Unfall sein: Auch Rückenleiden und Depressionen können zur Berufsunfähigkeit führen. Bild: dpa

Rückenleiden und Depressionen sind die Volksleiden in Deutschland. Kranke kommen schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Eine Versicherung hilft - doch hier gibt es einiges zu beachten.

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          Psychische Probleme, ein kaputter Rücken oder Krebs - wer wegen eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann, bekommt oft auch finanzielle Probleme. Laut Bund der Versicherten (BdV) wird jeder fünfte Arbeitnehmer erwerbs- oder berufsunfähig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist nach Ansicht der Stiftung Warentest „erste Wahl für alle, die auf ihre Arbeitskraft angewiesen sind“. Es gibt auch Alternativen - jedoch mit geringerem Schutz.

          Wer sollte eine BU abschließen?

          Jeder, der auf ein Einkommen durch seine Arbeit angewiesen ist und nicht über ein großes Privatvermögen verfügt. Die Versicherung springt laut Stiftung Warentest ein, wenn der Versicherte beispielsweise durch Unfall oder Krankheit mindestens sechs Monate nicht mehr zu mindestens 50 Prozent in seinem zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten kann.

          Wann sollte ich eine BU abschließen?

          So früh wie möglich. Je jünger und gesünder ein Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist, desto günstiger ist der Beitrag. Je später man sich für eine BU entscheidet, desto eher können Erkrankungen einen Vertragsabschluss erschweren oder sogar verhindern.

          Was kostet eine BU?

          Die Höhe der Prämie hängt ab von der Höhe der späteren BU-Rente, der Todesfallsumme, der Laufzeit, Alter und Gesundheitszustand. Und je riskanter ein Beruf, desto höher die Versicherungsprämie. Während laut Stiftung Warentest ein 30-jähriger Akademiker mit rund 800 Euro Prämie im Jahr eine Monatsrente von 2000 Euro absichern kann, bekommt ein 25-jähriger Industriemechaniker für diesen Betrag nur auf eine Rente von 1500 Euro monatlich. Zudem sind die Preisunterschiede der verschiedenen Anbieter erheblich.

          Wie hoch sollte die BU-Rente veranschlagt werden?

          Im Falle einer Berufsunfähigkeit müssen Miete, Essen und Versicherungen weiter bezahlt werden. Deshalb sollte anhand des aktuellen Nettoeinkommens geschätzt werden, wie hoch die monatliche BU-Rente sein sollte. Die Stiftung Warentest empfiehlt als Faustregel, zwei Drittel des Nettoeinkommens privat abzusichern.

          Wie gehe ich mit den Fragen zur Gesundheit um?

          Die Gesundheitsfragen sollten vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Der Versicherer prüft im Leistungsfall nicht nur, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt, sondern auch, ob alle Angaben zum Gesundheitszustand korrekt waren. Davon hängt ab, ob und wie viel er zahlt.

          Wie kann ich trotz gesundheitlicher Einschränkungen eine BU abschließen?

          Wer Angst hat, dass ein Antrag wegen Vorerkrankungen abgelehnt wird, kann eine anonyme Risikovoranfrage stellen. So wird vermieden, dass der Name sofort auf einer schwarzen Liste der Versicherer landet. Die anonyme Risikovoranfrage muss eine andere Person übernehmen, zum Beispiel ein Versicherungsmakler.

          Gibt es Alternativen zur BU?

          Wer aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen keine Chance auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, kann laut Stiftung Warentest auf Alternativen ausweichen. „Zweite Wahl“ sei eine Erwerbsunfähigkeitspolice. Sie springt ein, wenn der Versicherte überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann. In Frage kommen auch eine Funktionsinvaliditätsversicherung, eine Grundfähigkeitsversicherung, eine Schwere-Krankheiten-Versicherung oder eine private Unfallversicherung. Die Policen bieten allerdings nur eingeschränkten Schutz, weil sie meist nur ausgewählte Invaliditätsrisiken abdecken.

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