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Banksafe : Viele Schließfächer werden deutlich teurer

Sie sind äußerst begehrt: Kleine Schließfachanlagen. Bild: dpa

Die Frankfurter Sparkasse erhöht die Miete um bis zu einem Viertel. Sie kann es sich erlauben, denn das Interesse an den Minisafes ist groß. Aber nicht alle Banken erhöhen den Preis.

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          Kunden der Frankfurter Sparkasse dürften sich wenig über die Post freuen, die ihnen in diesen Oktobertagen in die Briefkästen geflattert ist. In den Kundenbriefen geht es um die Schließfächer des Hauses, in denen viele Kunden wichtige Unterlagen oder andere persönliche Dinge und Wertsachen aufbewahren. Denn zum Jahresbeginn erhöht die Frankfurter Sparkasse die Miete für diese Safes, und das zum Teil erheblich. Dabei gilt: Je kleiner das Fach, desto teurer wird es prozentual.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Ein Beispiel: Das kleinste Fach der Frankfurter Sparkasse kostet jährlich bislang 30 Euro, künftig verlangt das Institut 7 Euro mehr. Damit verteuert sich dieses Fach um fast ein Viertel. Auch für die folgende Fachgröße erhöht sich die Jahresmiete um diesen Betrag, von 40 auf nun 47 Euro. Die weiteren Erhöhungen sind gestaffelt, fallen aber nicht mehr ganz so deutlich aus. Die größeren Fächer werden dabei um bis zu 20 Euro teurer. Letzteres trifft zum Beispiel auf Kundensafes mit maximal 60 Zentimetern Höhe zu, die bislang 255 Euro kosten.

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          Die Sparkasse wirbt in ihrem Anschreiben um Verständnis und begründet die Erhöhung mit steigenden Kosten. „Damit Sie uns Ihre Dokumente, Edelmetalle und Schmuck ganz unbesorgt anvertrauen können, investieren wir laufend in unsere Schließfachanlagen und halten sie stets auf dem neuesten Stand der Technik. Dieser Service ist für uns jedoch mit hohem Aufwand verbunden. Wir bitten Sie deshalb um Verständnis, wenn wir - erstmals seit acht Jahren - die Preise an die gestiegenen Kosten anpassen.“ Eine Sprecherin des Instituts verweist insbesondere auf Kosten für Wartung und Reparaturen, aber auch das „Vorhalten“ der entsprechenden Räumlichkeiten. Sie seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aus diesem Grund sei die Preiserhöhung „leider unumgänglich“, da die Frankfurter Sparkasse „im Interesse aller Kunden zu wirtschaftlichem Handel verpflichtet“ sei.

          Die Schließfächer der Kreditinstitute sind begehrt, und sie sind rar. Ohnehin bleiben sie in der Regel nur den eigenen Kunden vorbehalten. Manch einer setzt deswegen auch auf den eigenen kleinen Safe zu Hause. Die Banken berichten seit Jahren von einem gleichbleibend hohen Interesse ihrer Kunden an Schließfächern. Vor allem in Ballungszentren und bei größeren Finanzinstituten kommt es daher immer wieder zu Engpässen oder gar langen Wartelisten. Leichter haben es Interessierte oft bei Sparkassen oder Volksbanken, die häufig über eine größere Anzahl von Filialen verfügen. Aber nicht jede dieser Zweigstellen besitzt solche Schließanlagen. Auch sind nicht alle Räumlichkeiten dafür geeignet. So bietet zum Beispiel die Frankfurter Sparkasse in 61 Filialen ihrer 68 Standorte in Frankfurt und Umgebung Schließfächer an. Um diese Knappheit wissen natürlich die Banken, was Preiserhöhungen leichter durchsetzbar macht. Bisher habe man von Kunden nur vereinzelte Nachfragen zu diesem Thema erhalten, sagt die Sprecherin der Frankfurter Sparkasse.

          Andere Banken haben ihre Preise schon erhöht wie die Commerzbank vor etwa einem Jahr. Hier kostet das günstigste Fach (bis zu 8 Litern Inhalt) von nun an 75 Euro. Es ist jedoch größer als viele der kleineren Fächer der Frankfurter Sparkasse. Ohnehin sind die Minisafes und ihre Mieten schwer miteinander zu vergleichen, und das selbst in ein und demselben Haus. Denn die Schließanlagen sind sehr unterschiedlich.

          Bei der Frankfurter Sparkasse zum Beispiel gibt es vier verschiedene Fächerformen, die derzeit 40 Euro kosten. Auch die Frankfurter Volksbank berichtet von ganz unterschiedlichen Fächern in den verschiedenen Filialen. Allgemein gilt in der Regel, dass kleinere Fächer besonders häufig und große selten sind. Doch es gibt auch gute Nachrichten für andere viele Kunden: Etliche Institute verneinen die Frage nach geplanten Preiserhöhungen. Dazu gehört zum Beispiel die Deutsche Bank. Auch von der Frankfurter Volksbank ist Ähnliches zu vernehmen. Hier kostet das kleinste Fach (5 Liter) 21 Euro, bei der Deutschen Bank sind es für bis zu 9 Liter 59,50 Euro.

          Mietvertrag wird verlängert, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird

          Ein Sprecher der Hamburger Sparkasse, dem größten deutschen Sparkasseninstitut, spricht ebenfalls davon, dass Preiserhöhungen nicht geplant seien. Diese Sparkasse bietet, über das Hamburger Stadtgebiet verteilt, mehr als 200 000 Schließfächer an. Zum Vergleich: Die Commerzbank verfügt bundesweit über 250 000 Fächer und rund 8500 in einer Stadt wie Frankfurt. Das kleinste Fach der Hamburger Sparkasse wiederum kostet 25,60 Euro im Jahr und zählt damit zu den günstigeren.

          Vielleicht entscheidet sich aller Gewohnheit und allen Unbequemlichkeiten zum Trotz doch der eine oder andere Kunde der Frankfurter Sparkasse nun für einen neuen Aufbewahrungsort für seine persönlichen Schätze. Der Mietvertrag für die Schließfächer der Frankfurter Sparkasse wird jedenfalls jeweils um ein Jahr verlängert, wenn er nicht bis spätestens zwei Wochen vor Jahresende gekündigt wird. Die Miete wird dann in der Regel im Januar für das laufende Jahr abgebucht. Ein bisschen Zeit bliebe also noch.

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