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Schäden beim G-20-Gipfel : Wer zahlt bei Vandalismus?

  • -Aktualisiert am

Ausgebrannte Autos stehen in Hamburg Altona. Bild: dpa

Beim G-20-Gipfel in Hamburg wütet der Mob auf den Straßen, Autos gehen in Flammen auf. Wer zahlt eigentlich für die Schäden?

          Angesichts der Ausschreitungen in Hamburg zum G-20-Gipfel sind am Freitag noch mehr Polizisten in die Hansestadt gekommen. Doch auch die zusätzlichen Kräfte konnten bisher nicht verhindern, dass aus Hamburg bügerkriegsähnliche Bildern von zerstörten Ladenscheiben und verbrannten Autos kommen.

          Seit geraumer Zeit ist abzusehen, dass bei den Protesten zum G-20-Gipfel viel Sachschaden entstehen wird. Nicht nur deshalb haben es viele Hamburger vorgezogen, die Stadt für die Zeit des Gipfels zu verlassen. Allerdings können sie diesen Zwangsurlaub nicht wirklich genießen. Angesichts der bestürzenden Fernsehbilder fragen sich viele: Wird gerade mein Auto angezündet oder anderweitig beschädigt? Und zahlt dann die Versicherung eigentlich?

          Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge ist es im Schadenfall wichtig, eine Teil- bzw. Vollkaskoversicherung für das eigene Auto zu besitzen. Auf die Haftpflichtversicherung kann man sich bei solchen Fällen nicht verlassen. Denn bei Krawall-Schäden lassen sich die Verursacher nach den Tumulten nur sehr schwer oder gar nicht ermitteln – und dann bleiben die Autobesitzer selbst auf dem Schaden sitzen. Mit einer Teil- oder Vollkaskoversicherung brauchen Autobesitzer dagegen die Reparaturkosten nicht selbst zu bezahlen.

          Trotzdem kostet ein Schaden am Auto indirekt Geld – weil dem Versicherungsnehmer eine Reduzierung des Schadenfreiheitsrabatts droht, wenn die Vollkasko den Schaden übernimmt. In der Folge steigen in den nächsten Jahren die Beiträge.

          Ganz konkret kommt eine Teilkaskoversicherung für Schäden durch Böller, Feuer und für zerstörte Autoscheiben auf. Die Vollkaskoversicherung leistet darüber hinaus auch bei Vandalismusschäden, etwa durch Steinwürfe. Teilkaskoschäden wirken sich nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus, Schäden in der Vollkasko hingegen schon.

          In jedem Fall aber muss der Autobesitzer die eigene Sorgfaltspflicht beachten, die man als Versicherer nicht verletzten darf. Man sollte sein Auto beispielsweise nicht in unmittelbarer Nähe einer angemeldeten Demonstration parken, vor allem wenn hier – wie in Hamburg – mit Ausschreitungen zu rechnen ist.

          Das Auto ist beschädigt: Das ist im Schadenfall zu tun

          Laut dem Verbraucherportal des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. sollte man folgendes bei einem Schadenfall am Auto tun:

          1. Fotografieren Sie den Schaden an Ihrem Auto.
          2. Brandschäden müssen laut Versicherungsvertrag ab einer gewissen Höhe bei der Polizei angezeigt werden.
          3. Vandalismusschäden sollten Sie bei der Polizei anzeigen. Vielleicht wird der Verursacher doch ermittelt.
          4. Informieren Sie Ihren Kfz-Versicherer, am besten gleich telefonisch.
          5. Stimmen Sie die weiteren Maßnahmen mit ihrem Versicherer ab.

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