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Run-offs der Lebensversicherer : Warum die Politik mehr Rechte für Versicherte verlangt

Guo Guangchang gründete 1992 mit Kommilitonen die Beteiligungsgesellschaft Fosun. Vor einigen Jahren übernahm diese die Abwicklungsplattform Frankfurter Leben. Deutsche Politiker befürchten, dass das zum Nachteil der Kunden sein könnte. Bild: Bloomberg

Wenn Versicherer ihre Bestände in der Lebensversicherung verkaufen, werden die Kunden verunsichert. Im Hintergrund stehen internationale Investoren. Die FDP will deshalb nun neue Regeln – und stößt auf Kritik.

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          Im Wahlkampf verlaufen Debatten anders als sonst. Das mussten auch die Führungskräfte der Ergo-Versicherung feststellen, als im Jahr 2017 Überlegungen bekanntwurden, ob ein externer Run-off ihrer Leben-Bestände sinnvoll sein könnte. Das Modell der Abwicklungsplattformen, im angelsächsischen Raum längst etabliert, begann erst allmählich, Fuß zu fassen. Inzwischen gibt es ein halbes Dutzend Lebensversicherer, die ihre Bestände auf eine der Plattformen Viridium, Frankfurter Leben oder Athora übertragen haben.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Ihre Pflicht ist nun, die Verträge bis zur Fälligkeit so wirtschaftlich wie möglich weiterzuführen. Pikant erschien zumindest in der aufgebrachten Stimmung von 2017, an der Betriebsräte, Gewerkschaften und Politiker einen Anteil hatten, die Herkunft der Investoren: Viridium wird aus Großbritannien gesponsert, die Frankfurter Leben aus China, Athora aus den Vereinigten Staaten. Als Folge der Debatte verzichtete die Ergo auf einen externen Run-off und baute eine eigene Abwicklungsplattform auf. Die Generali dagegen, vom italienischen Triest aus geführt, ließ sich von den deutschen Emotionen weniger leiten und verkaufte ihren Bestand an Viridium.

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