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Chancen 2021 : Wie Niedrigzins und Kapitalregeln die Geldanlage umwerfen

Die klassische deutsche Lebensversicherung stirbt einen Tod auf Raten. Was folgt daraus für die Altersvorsorge? Bild: dpa

Die klassische Lebensversicherung verschwindet, neue Produktangebote treten an ihre Stelle. Doch die staatliche Altersvorsorge ist weniger flexibel – denn die Bedingungen sind nicht mehr zeitgemäß. Der siebte Teil der Serie „Chancen 2021“.

          4 Min.

          Die klassische deutsche Lebensversicherung stirbt einen Tod auf Raten. Das heißt nicht, dass sich Versicherer aus der Altersvorsorge zurückziehen. Aber das ehemals bewährte Produkt, das einem Jahr für Jahr einen festen Zins versprach, ist ein Auslaufmodell. Anfang Oktober gab der Marktführer Allianz bekannt, dass künftig die höchste Beitragsgarantie 90 Prozent der Einzahlung beträgt. Auch 30 oder 60 Prozent kann der Kunde wählen. Damit vollzieht die Allianz nach, was in vielen Häusern schon Realität ist. Nur noch wenige, vor allem in der betrieblichen Altersversorgung starke Anbieter wie die R+V halten noch an den Beitragsgarantien fest.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Das wirft auch das deutsche Modell der Altersvorsorge insgesamt auf einen Haufen. Vor der Riester-Reform vor zwei Jahrzehnten waren steuerbegünstigte Kapitallebensversicherungen das beliebteste Vorsorgeprodukt der Deutschen. Mit der Kombination aus Förderung und Sonderausgabenabzug wurden durch die Reform Rentenpolicen mit einer garantierten Auszahlung bis zum Lebensende als dominantes Produkt etabliert. Dabei ist es bis heute ganz gleich, ob es als Banksparplan, Investmentfonds oder Versicherung gestaltet ist – nur in der Rentenphase hat der Gesetzgeber die Versicherungen privilegiert und dagegen Kapitalabfindungen oder Auszahlpläne benachteiligt.

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