https://www.faz.net/-hsz-7gyfq

Zinstief : Lebensversicherer wollen  Gewinnbeteiligung aussetzen

  • Aktualisiert am

Auch gut gegossen wächst so manches nicht Bild: dpa/picture-alliance

Das Zinstief bringt Lebensversicherer immer mehr in die Bredouille. Angeblich wollen nun zehn Unternehmen die Gewinnbeteiligung vorübergehend aussetzen.

          Die niedrigen Zinsen bringen Lebensversicherungen zunehmend in Schwierigkeiten. Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) zufolge beantragten nun mehr als zehn Gesellschaften bei der Finanzaufsicht Bafin, dass sie für ihre Kunden weniger vom Gewinn zurücklegen müssen. Mit der Aussetzung der Vorschriften wollten sich die Unternehmen für eine gewisse Zeit Luft verschaffen. Dabei handele es sich eher um kleine und mittelgroße Anbieter, zitierte das Blatt einen Insider.

          Die Bafin wollte der Zeitung die Zahl nicht bestätigen. Allerdings habe es im Umfeld der Behörde geheißen, dass die Aussetzung der so genannten Mindestzuführungsverordnung ein erprobtes Mittel zur Überbrückung von kurzfristigen Problemen sei. Den Kunden werde kein Schaden zugefügt. Denn was die Versicherer den Kunden jetzt vorenthalten, müssen sie dann nachträglich in die Gewinntöpfe einzahlen.

          Einige Lebensversicherer haben angesichts der langen Niedrig-Zinsphase Probleme, die Zuführungen aus den normalen Kapitalerträgen zu verdienen. Die Finanzaufsicht kann auf Antrag der Gesellschaften die Mindestzuführung aussetzen. Diese legt fest, wie viel von den Gewinnen eines Versicherers den Kunden und wie viel der Gesellschaft, also ihren Eignern oder Aktionären, zusteht.

          Die Bundesregierung hatte die Branche 2010 verpflichtet, eine besondere Reserve für die hohen Garantien aufzubauen. Mit der Zinszusatzreserve will die Regierung sicherstellen, dass die Gesellschaften auch noch in vielen Jahren die Ansprüche der Kunden auf die hohen Garantiezinsen erfüllen können. 2012 mussten die Gesellschaften mehr als fünf Milliarden Euro als Reserve stellen, im laufenden Jahr dürften es der Zeitung zufolge weitere vier Milliarden Euro sein.

          Weitere Themen

          Viele Aufsichtsräte sind falsch besetzt

          Unternehmensführung : Viele Aufsichtsräte sind falsch besetzt

          Aufsichtsratsmitglieder sind häufig zu alt und falsch ausgebildet für die digitalen Herausforderungen. Für schnellere Entscheidungen sollten sie Informationen in Echtzeit bekommen.

          Die größten Börsengänge Video-Seite öffnen

          Das sind die Top 10 : Die größten Börsengänge

          Uber wird bei seinem Börsengang etwas mehr als acht Milliarden Dollar erlösen – und kommt damit nicht unter die Top 10 der größten Börsengänge. Die ersten vier Plätze belegen Konzerne aus China; aus Deutschland ist ein Unternehmen dabei.

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Boden : Von der Musterehe zum Rosenkrieg

          Aus den Rissen in der türkis-blauen Koalition wurden durch die Ibiza-Affäre in beeindruckender Geschwindigkeit Gräben. Die Neuwahl ist für Sebastian Kurz eine Chance, mehr Stimmen für die ÖVP zu gewinnen – aber sie birgt auch ein großes Risiko.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.