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„Smombie“-Police : Braucht man eine Unfallversicherung für Pokémon Go?

Smombies leben gefährlich. Bild: reuters

Der Versicherer Barmenia bietet eine Police speziell für Unfälle während Pokémon Go. Braucht man so etwas?

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          Der Hype um das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ treibt seltsame Blüten: Da verirrt sich ein Spieler auf einen Armee-Schießplatz, andere werden in Parkhäusern eingeschlossen. Gar nicht lustig aber sind Unfälle, bisweilen auch mit tödlichem Ausgang.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Versicherer Barmenia hat nun gemeinsam mit dem InsurTech-Startup Kasko eine Unfallversicherung speziell für Spieler von Pokémon Go aufgelegt. Für 35 Euro sind Versicherungsnehmer ein Jahr lang unter dem weniger verfänglichen Namen „Unfallversicherung Trainer-Schutz“ gegen die Schäden eines Spielunfalls abgesichert.

          Abgesichert seien typische Smartphone-Spieler-Verletzungen an Beinen, Händen, Fingern, Augen, Ohren, dem Geschmacks- und Geruchssinn, die zu einer Invalidität führen. Für Verletzungen im Bereich der Hände und des Kopfes seien erhöhte Leistungen vorgesehen.

          30.000 Euro gibt es bei Invalidität, 10.000 Euro im Todesfall. Ebenso viel zahlt die Versicherung für Such-, Bergungs- oder Rettungseinsätze. Die gesetzliche Unfallversicherung zahle in den entsprechenden Situationen nicht, heißt es vom Anbieter.

          600 Euro für einen Zeh

          Wer allerdings zahlt, ist eine private Unfallversicherung. Wer also schon eine private Unfallversicherung hat, braucht nicht eine gesonderte Unfallversicherung für „Smombie-Unfälle“. „Wir sehen die „Unfallversicherung Trainer-Schutz" klar als Einstiegsprodukt“, sagt Frank Lamsfuß, Vertriebsvorstand der Barmenia Versicherungen. Dafür ist sie so schlecht nicht, gibt es vergleichbare Unfallversicherungen eher ab dem Preis von 35 Euro aufwärts. Und nach einem Jahr läuft die Police automatisch aus.

          Allerdings bietet die Police gerade bei Invalidität nur eine geringfügige Absicherung. Im Falle einer Voll-Invalidität sind 30.000 Euro schnell verbraucht.

          Wer also schon auf eine Unfallversicherung setzt, sollte dann vielleicht besser den ganzen Weg gehen. Die Absicherung sollte dann so beschaffen sein, dass sie im Fall eines Falles – und dafür schließt man sie ja ab – wirklich eine dauerhafte Absicherung darstellt. Beim vollständigen Verlust eines Zehs – außer des großen – zahlt die Pokémon Go-Versicherung gerade einmal 600 Euro und auch der Mittelfinger ist gerade einmal 3000 Euro wert. Das ist ein Trostpflaster, mehr nicht.

          Braucht man eine Unfallversicherung?

          Stellt man die grundsätzliche Überlegung an, ob eine Unfallversicherung sinnvoll ist, stellen sich drei Fragen: Wie hoch ist das Unfallrisiko, wie hoch die Entschädigung und welche Leistungen gibt es noch von anderer Stelle?

          Wer so intensiv Pokémon Go spielt, dass das Risiko, einen Unfall zu erleiden dadurch nennenswert steigt, muss davon ausgehen, dass die Schäden auch höher ausfallen. Und da lohnt sich eine richtige Unfallversicherung vielleicht eher. Und wer auf sich aufpasst, der braucht vielleicht gar keine.

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