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Nach Orkan „Christian“ : Bei Sturmschäden an Haus oder Auto greifen Versicherungen

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Häuser, Autos und Straßen hat der Orkan „Christian“ zerstört. Für viele Schäden zahlt die Versicherung - aber erst ab Windstärke acht. Wer zahlt, hängt vom Einzelfall und von der Ursache ab.

          Das Orkantief „Christian“ ist am Montag über den Norden Deutschlands hinweg gefegt und hat dort zahllose Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt. Bei Sturmschäden gibt es keine Versicherung, die für alles einspringt. Wer zahlt, hängt vom Einzelfall und von der Ursache ab.

          Haus

          Für Sturmschäden am Haus etwa durch umgestürzte Bäume kommt die Wohngebäudeversicherung auf. Schäden am Hausrat, also etwa beschädigte Möbel, übernimmt die Hausratversicherung. Sturmschäden sind grundsätzlich ab Windstärke acht abgesichert, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 62 Stundenkilometern in der Stunde entspricht. „Christian“ erreichte teils deutlich mehr als 100 Stundenkilometer. Verbraucherschützer raten Betroffenen, so schnell wie möglich den Versicherer zu informieren und eine Schadensliste möglichst mit Fotos zu erstellen.

          Auto

          Bei Schäden am Auto greifen in der Regel Teil- oder Vollkasko des Autohalters. Fällt etwa ein Baum oder Ziegel auf einen geparkten Wagen, ist laut der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein die Teilkasko zuständig. Versichert ist allerdings nicht der Wiederbeschaffungswert, sondern in der Regel  nur der Zeitwert des Wagens. Fährt dagegen ein Autofahrer gegen einen bereits umgestürzten Baum, ist dies demnach ein Unfall und ein Fall für die Vollkasko-Versicherung.

          Flug

          Flugreisende haben bei Ausfall eines Fluges Anspruch auf einen Ersatzflug. Bei Verspätungen ab fünf Stunden können Reisende aber auch von ihrem Flug zurücktreten und sich den Preis erstatten  lassen. Anspruch auf Entschädigung gibt es aber nicht, da es sich um höhere Gewalt handelt.

          Bahn

          Wenn ein Zug etwa wegen eines Sturms zu spät ankommt, muss die Bahn ihren Fahrgästen den Fahrpreis teilweise erstatten. Bei Fällen höherer Gewalt gelten die gleichen Regeln wie bei selbst  verschuldeten Verspätungen, wie der EuGH kürzlich in einem Urteil entschied. Die Höhe der Rückerstattung des Fahrpreises richtet sich nach der EU-Verordnung über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr. Demnach kann ein Fahrgast 25 Prozent des Fahrpreises zurückverlangen, wenn die Verspätung 60 bis 119 Minuten beträgt. Bei Verspätungen von mehr als zwei Stunden hat er Anspruch auf die Hälfte des gezahlten Fahrpreises.

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