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Kfz-Versicherung : Vergleichsportale spielen eine immer größere Rolle

Für den Fall der Fälle Bild: dpa

Vergleichsportale sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Kunden vergleichen die Versicherungen im Internet und schließen online Verträge ab. Beim Abschluss von Autoversicherungen dominieren aber noch die Vertreter.

          Auf dem Markt für Autoversicherungen herrscht derzeit die heiße Wechselphase. Bis zum 30. November müssen Autofahrer ihren Vertrag kündigen, wenn sie mit einer anderen Police ins nächste Jahr gehen wollen. Bei der Suche nach einer neuen Kfz-Versicherung spielten Internetvergleichsportale wie Check24, Transparo, Toptarif oder Verivox eine immer größere Rolle, berichtete Horst Müller-Peters, Professor am Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Auch in Zukunft sei mit einem weiter wachsenden Marktanteil der Portale zu rechnen. Für das Wechselgeschäft 2013/14 rechnet Marktführer Check24 damit, dass alle Portale zusammen rund eine Million neue Kfz-Policen und damit 10 bis 15 Prozent des Gesamtmarkts vermitteln werden. Jeder zweite wechselwillige Autofahrer informiert sich zuerst auf Vergleichsportalen, hat Müller-Peters in einer Studie im Auftrag des von der HUK Coburg gegründeten Goslar-Instituts ermittelt. Sind die eigenen Daten einmal eingegeben, bekommt der Kunde hier Angebote verschiedener Versicherer angezeigt. Am zweithäufigsten werden zur Information die Internetseiten der Versicherer herangezogen, gefolgt von den Versicherungsvertretern.

          Oft bekommt der Verbraucher keinen vollständigen Marktüberblick

          Das hohe Potential an Kundenkontakten können die Portale bisher aber nur teilweise ausschöpfen. Ihren Vertrag schließen die wechselwilligen Versicherten am häufigsten beim Vertreter und Makler in der Geschäftsstelle oder über Internetseiten einzelner Anbieter (jeweils 30 Prozent) ab. Gut ein Viertel der Verträge wird bei den Portalen gezeichnet, die dafür eine Provision der Versicherungsunternehmen erhalten. Von den Kunden, die eine Versicherung für ein neu erworbenes Fahrzeug wollen, schließt fast jeder zweite seine Police beim Vertreter/Makler ab. Hier kommen die Portale nur auf 11 Prozent.

          Allerdings lohnt sich auch ein Vergleich der Vergleichsportale, denn bei keinem der Portale sind alle Anbieter vertreten. „Der Verbraucher bekommt immer nur ein Scheibchen des Markts zu sehen“, sagte Marco Morawetz, Leiter Consulting bei der General Reinsurance AG in Köln. Mit 77 vertretenen Versicherern liefert lediglich das Portal der Nafi@Net AG einen annähernd vollständigen Marktüberblick. Doch können sich Verbraucher hier nur informieren, aber keinen Vertrag abschließen.

          Marktführer Check24 arbeitet mit 51 Versicherungsunternehmen zusammen, beim Branchenzweiten Transparo (im Besitz der Versicherer HUK-Coburg, HDI und WGV) sind es 42. Auf 19 Partner kommt Preisvergleich.de (Unister Holding), Autoversicherung.de haben sich nur zehn Versicherer angeschlossen. In der Folge weichen die günstigsten Tarife der Online-Portale teilweise stark voneinander ab, wie Morawetz bei der Abfrage von 1000 Kundenbeispielen ermittelt hat. Eine Herausforderung für die Portale ist der für 2014 erwartete Markteintritt von Google. Der Internetkonzern soll für den deutschen Markt ein Vergleichsportal planen, wie er es mit Google Compare schon in Großbritannien betreibt. Vor allem für Portale ohne eigene starke Marke könne es dann eng werden, warnte Müller-Peters.

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