https://www.faz.net/-hsz-7in34

Kasko- und Gebäudeversicherung : Münchener Rück erwartet höhere Prämien

  • Aktualisiert am

Hochwasser- und Hagelschäden setzen den Versicherern zu. Bild: dpa

Kunden des Versicherers Ergo werden wohl bald mehr für Kfz- und Gebäudeversicherung bezahlen. Grund sind die Milliardenschäden durch Flut und Hagel in Deutschland.

          1 Min.

          Der Rückversicherer Munich Re geht angesichts der Milliardenschäden durch Flut und Hagel in Deutschland von höheren Prämien in der Kfz- und Gebäudeversicherung aus. Von Januar bis Ende September hätten Naturkatastrophen in Europa versicherte Schäden von 8 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) angerichtet, sagte Munich-Re-Vorstand Ludger Arnoldussen am Montag bei einem Branchentreffen in Baden-Baden. Dies sei ein Drittel mehr als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Den Löwenanteil machen Hochwasser- und Hagelschäden in Deutschland aus. Über seine Tochtergesellschaft Ergo ist Munich Re auch in der Erstversicherung aktiv.

          „Das ist kein gutes Jahr für die Versicherungsbranche“, resümierte Arnoldussen. Von den Schäden entfallen laut Munich Re alleine 2,5 Milliarden Euro auf das Hagelunwetter, das Ende Juli in Deutschland gewütet hatte. Die Schätzung liegt damit um eine Milliarde höher als noch vor einigen Wochen. Der kleinere Konkurrent Hannover Rück hatte seine Prognose bereits vergangene Woche angepasst. Bei dem Hagelsturm hatten golfballgroße Hagelkörner Autos zerbeult und Gebäudedächer beschädigt. Hinzu kamen weitere Hagelschläge im Juni und August, die nicht ganz so heftig ausfielen.

          Auch Kfz-Versicherungen für Verbraucher könnten teurer werden

          Die Kosten für die großen deutschen Rückversicherer halten sich dabei allerdings in Grenzen: Die Hannover Rück erwartet von dem Juli-Hagel eine Belastung von 64 Millionen Euro, die Munich Re geht von 180 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Europas größter Erstversicherer Allianz erwartet nach bisherigen Angaben 200 Millionen Euro Schaden, bei Talanx (HDI, HDI-Gerling) kommen einschließlich der Konzerntochter Hannover Rück 130 Millionen Euro zusammen. Die Munich Re will die teuren Katastrophen bei der Neuverhandlung der Verträge mit Erstversicherern und Großkunden dennoch in höhere Prämien ummünzen. Der Trend dürfte auch auf die Kunden von Kfz- und Gebäudeversicherern durchschlagen.

          Die Munich Re schätzt, dass die Flut in Europa einen volkswirtschaftlichen Schaden von 12 Milliarden Euro angerichtet hat. Der versicherte Schaden soll Branchenschätzungen zufolge bei 2,5 Milliarden Euro liegen, davon 1,8 Milliarden in Deutschland. Mit steigenden Rückversicherungsprämien würde der deutsche Markt aus dem weltweiten Trend herausstechen. Ein Überangebot hält die Rückversicherungsprämien seit längerem unter Druck. Bei der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum kommenden Jahreswechsel erwartet Arnoldussen für das weltweite Munich-Re-Geschäft lediglich „weitgehend stabile Preise“.

          Weitere Themen

          Weniger Falschgeld in Deutschland

          Euroscheine : Weniger Falschgeld in Deutschland

          Die neuen Geldscheine in Europa entfalten ihre Wirkung: Die Zahl der Blüten sank um 5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2013. An zwei Sicherheitsmerkmalen beißen sich Fälscher die Zähne aus.

          Die heimliche Perle der Commerzbank

          Commerz Real : Die heimliche Perle der Commerzbank

          Die Commerzbank wird die M-Bank in Polen verkaufen und die Comdirect auflösen – an ihrer Leasing- und Fondsgesellschaft aber hält sie fest. Was macht die Tochter so wertvoll?

          Topmeldungen

          Der ADAC ist „nicht mehr grundsätzlich“ gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

          Tempolimit : Die freie Fahrt erhalten

          Hände weg von einem starren Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen. Es bringt nichts, beschneidet die Freude am Fahren, und außerdem gibt es schlauere Lösungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.