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Hohe Beiträge : Hebammen klagen über weiter steigende Haftpflichtprämien

  • Aktualisiert am

Als Störche verkleidete Hebammen demonstrieren in Frankfurt. Bild: Wonge Bergmann

Für Hebammen wird die Berufshaftpflicht immer teurer. Die Prämien steigen zum 1. Juli 2014 um mehr als 20 Prozent. Viele Frauen finden nur noch schwer eine Hebamme für die Geburt.

          Für viele Hebammen wird die Geburtshilfe aufgrund weiter steigender Haftpflichtprämien unbezahlbar. Wie der Deutsche Hebammenverband (DHV) am Montag in Karlsruhe mitteilte, steigen die Prämien zur Berufshaftpflichtversicherung zum 1. Juli 2014 ein weiteres Mal um mehr als 20 Prozent. Damit müssten in der Geburtshilfe tätige, freiberufliche Hebammen wahrscheinlich über 5000 Euro im Jahr für die Versicherung bezahlen.

          Für 2015 habe der Versicherer schon weitere Erhöhungen angekündigt. „Schon jetzt finden viele Frauen nur schwer eine Hebamme für die Geburt oder das Wochenbett“, warnte Martina Klenk, Präsidentin des DHV. Diese Situation werde sich mit der Prämienerhöhung nochmals verschärfen. Der Hebammenverband dringt daher auf gesetzgeberische Lösungen. Denkbar sei zum Beispiel ein staatlich finanzierter Haftungsfonds, der die Kosten über einer bestimmten Haftungsobergrenze übernimmt, erklärte Klenk. Nötig sei zudem eine Regressdeckelung für die Forderungen der Sozialversicherungsträger.

          Prämien in den vergangenen zehn Jahren etwa verzehnfacht

          Erst im vergangenen Jahr war die Vergütung für die Hebammen nach langwierigen Verhandlungen erhöht worden, nachdem die Haftpflichtprämien in die Höhe geschossen waren. Laut  Hebammenverband haben sich die Prämien in den vergangenen zehn Jahren etwa verzehnfacht. Betroffen sind in erster Linie jene rund 3000 freiberuflichen Hebammen, die noch klassische Geburtshilfe anbieten. Der Grund für den Prämienanstieg liegt laut DHV nicht an einer Zunahme teurer Behandlungsfälle, sondern an steigenden Regressforderungen der Sozialversicherungsträger und an einer höheren Klagebereitschaft betroffener Eltern.

          Laut Verband bietet nur noch ein einziges Versicherungskonsortiums eine Berufshaftpflicht für Hebammen an. In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 18.000 Hebammen. Nur ein Teil davon ist fest angestellt, etwa in Kliniken. 60 Prozent arbeiten freiberuflich, wobei das Gros gar keine Geburten mehr betreut. Viele bieten nur noch Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbett-Betreuung für Frauen an.

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