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Kommentar : Mehr Transparenz in der Lebensversicherung

  • -Aktualisiert am

Die Lebensversicherer leiden. Das wollen sie gern bemänteln. Doch sie tun schlecht daran, wenn sie Panik vermeiden wollen.

          Die Forderungen nach mehr Transparenz in der Versicherungswirtschaft haben den Charakter von Sonntagsreden. Solange schönes Wetter ist, stimmen alle Unternehmen in den Chor ein. Jetzt aber, unter wolkenverhangenem Himmel, verweigern sie Daten, mit denen sie sich vergleich- und damit angreifbar machen.

          Ratingagenturen wie Assekurata oder Branchendienste wie der Map-Report sind umso wertvoller, je genauer sie mit ihren Analysen den Markt abbilden. Doch die Bereitschaft, sich solchen Leistungstests zu stellen, nimmt ab. Das ist für die Öffentlichkeit ein beklagenswerter Umstand, denn auch Branchenbeobachter, Kunden und Vertriebe bekommen immer weniger Durchblick, wenn die Datenqualität abnimmt.

          Die Branche hat immer größere Schwierigkeiten, ihre Garantiezusagen aus der Vergangenheit zu erfüllen. Sie scheint zu glauben, es sei besser, wenn der Kunde erst vom Ernst der Lage erfährt, sobald die Finanzaufsicht eingreifen muss. Das Gegenteil ist richtig: Je besser Kunden über den Zustand der Lebensversicherung Bescheid wissen, desto eher lassen sich panikartige Reaktionen vermeiden, wenn Garantien in Frage stehen.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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