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Aufsprengen statt Ausspähen : Weniger Datenklau an Geldautomaten

Vorsichtig bleiben: Am Geldautomaten sollten Kunden wenig Einblicke gewähren. Bild: Patrick Junker

Um an Bares zu kommen, lassen sich Kriminelle einiges einfallen. Doch da es immer komplizierter wird, die Kartendaten heimlich abzugreifen, lautet für die Kriminellen die Lösung: brachiale Gewalt.

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          In der Nacht um 2.40 Uhr wurden die Anwohner in Hagen mit einem Knall aus dem Schlaf gerissen. Zwei Kriminelle sprengten in einer Sparda-Bank den Geldautomaten. Die Filiale wurde durch die Explosion schwer beschädigt. Das Duo entkam mit einer hohen Geldsumme auf einem Motorroller. Solche Fälle, in denen Kriminelle einfach nur noch brachiale Gewalt anwenden, um an Bares zu kommen, steigen rasant an. Mehr als 300 Mal wurden nach jüngsten offiziellen Zahlen in diesem Jahr Automaten gesprengt, um an Bares zu kommen – Tendenz nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) steigend.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch es gibt auch gute Nachrichten. Das so genannte „Skimming“ wird seltener. Hierbei versuchen Kriminelle, die Kartendaten und Geheimnummern zu erhaschen, indem sie zum Beispiel die Tastatur am Geldautomaten manipulieren oder gar die Türöffner zu den Bankfilialen. Von Januar bis einschließlich November manipulierten Kriminelle so 428 Mal Geldautomaten. Im Vorjahreszeitraum hatte Euro Kartensysteme 476 solcher „Skimming“-Fälle gezählt, im Gesamtjahr 2017 waren es 499. Den dadurch verursachten Schaden bezifferten Fachleute in diesem Jahr auf 1,34 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 2,1 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2017 rund 2,2 Millionen Euro. „Die Investitionen der Branche in sichere EMV-Technologie haben sich gelohnt“, bilanzierte Margit Schneider von Euro Kartensysteme.

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