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Wer bezahlt die Zeche? : Wie eine faire Rente funktionieren kann

Gut ausgestattet im Alter? Auch als junger Mensch sollte man diese Perspektive nicht aus den Augen verlieren. Bild: dpa

Über die Höhe der gesetzlichen Rente wird viel und heiß diskutiert: Will man sie für Geringverdiener aufbessern, hat das seinen Preis. Vor allem junge Menschen sollten sich nicht unter Wert verkaufen.

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          Ich werde Ihnen zu Beginn dieses Jahres, für das ich Ihnen alles Gute wünsche, nicht zum siebzehnten Mal erklären, wie ein Vermögen in Zeiten von Geldentwertung und Strafzinsen strukturiert werden sollte. Nein, heute ist zur Abwechslung mal eine „Neujahrsansprache der anderen Art“ nötig. Ich weiß nicht, wie oft mir im vergangenen Jahr „besorgte“ Eltern geschildert haben, ihre Kinder seien auf dem besten Weg, in die Armut abzurutschen. Nun hat sich vor wenigen Tagen auch noch Dietmar Bartsch, der Chef der Linken im Bundestag, zu Wort gemeldet und verkündet, es sei inakzeptabel, dass einem Drittel aller Beschäftigten trotz 45 langer Berufsjahre nur eine schmale Altersrente winke.

          Wie errechnet sich der Rentenbeitrag?

          Volker Looman
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Darf ich Ihnen, bevor Sie gleich an die Decke gehen, einige Gedanken und Zahlen über die Rente im Allgemeinen und die Folgen für Geringverdiener im Besonderen präsentieren? Das mittlere Bruttoeinkommen betrug im vergangenen Jahr 3069 Euro im Monat. Sollten auch Sie so viel verdient haben, bedeutet das für Sie, dass Sie genau in der Mitte lagen. Es gab ebenso viele Leute, die mehr bekommen haben, und genauso viele Menschen haben weniger als Sie verdient. Von diesen 3069 Euro blieben für Alleinstehende nach Abzug aller Sozialabgaben und Steuern exakt 2045 Euro übrig. In die Rentenversicherung flossen 285 Euro. Die Arbeitslosenversicherung kostete 37 Euro. Die gesetzliche Krankenkasse schlug mit 244 Euro zu Buche. Die Pflegeversicherung forderte 58 Euro. Der Staat verlangte Lohnsteuer in Höhe von 400 Euro. Bitte merken Sie sich den Beitrag, der in die Rentenversicherung floss, und das mittlere Nettogehalt, weil wir beide Zahlen noch brauchen werden.

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