https://www.faz.net/-hbv-893t9

Generali : Die erste Versicherung belohnt gesundes Leben

  • Aktualisiert am

Schon der Versicherung Bescheid gesagt? Bild: Picture-Alliance

Wer sich fit hält und gut isst, soll bei der Versicherung „Generali“ vom nächsten Jahr an weniger zahlen. Aber nicht jeder Deutsche will das.

          Fitness, Fahrstil, Haushalt: Verbraucher können ihrer Versicherung künftig in immer mehr Lebensbereichen einen Einblick gewähren, um dadurch Geld zu sparen oder Prämien zu erhalten. Die Generali-Versicherung in Deutschland will im kommenden Jahr als eine der ersten in diesem Bereich mit ihrem umstrittenen Belohnungssystem für gesunde Lebensweise in Versicherungspolicen auf den Markt gehen.

          Auch in der Autoversicherung werden neue Boni möglich. Die Technik macht es immer leichter, das Fahrverhalten zu analysieren – doch bisher haben sich die Versicherer noch nicht entschieden, ob sie diese Informationen nutzen.

          Bei der Generali sollen die neuen Tarife, die eine gesündere Lebensweise belohnen sollen, in der Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten werden, sagte Vorstandsmitglied Rainer Sommer in München. „Wir wollen ein Produkt in den Markt geben, das den Kunden anregt, gesünder zu leben.“

          Wer im Bio-Laden kauft, zahlt weniger

          Unter anderem soll es Anreize geben für eine regelmäßige Aktivität im Fitness-Studio oder den Einkauf gesunder Lebensmittel im Bio-Laden. Verbraucherschützer sehen derartige Tarife kritisch und befürchten den gläsernen Versicherungskunden. Sommer sieht hingegen Vorteile für die Verbraucher. „Der Kunde profitiert, weil er gesünder lebt, wir als Versicherer profitieren, weil wir dem Kunden risikogerechtere Angebote machen können.“

          Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov  unter rund 1000 Deutschen im Dezember 2014 hatte gezeigt, dass 32 Prozent der Deutschen persönliche Gesundheits- und Fitnessdaten an seine Versicherung weiterleiten würde, falls sie dafür Vorzüge erhalten. Für 39 Prozent kommt das dagegen nicht in Frage.

          Joggingrunden an die Versicherung melden

          Generali arbeitet dabei mit einem südafrikanischen Unternehmen zusammen, das ein Gesundheitsprogramm entwickelt hat. Kunden, die gesundheitsbewusst leben, können dabei Punkte sammeln und Belohnungen erhalten. Dafür übermittelt der Versicherte regelmäßig Daten zu seinem Lebensstil. Beispielsweise sollen Vorsorgetermine dokumentiert oder sportliche Aktivitäten erfasst werden.

          Chancen für neue Versicherungsprodukte sieht Sommer auch im Haushalt. Generali entwickle bereits Versicherungstarife, bei denen etwaige Störungen direkt an den Versicherer übermittelt werden. „Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Wasseruhr und stellen fest, dass in einer halben Stunde 5000 Liter durchlaufen - entweder lassen Sie gerade den Pool volllaufen, oder Sie haben einen Wasserrohrbruch.“ In diesem Fall könne der Versicherer gleich reagieren und einen Schaden vermeiden, bevor er entsteht. Der Kunde müsste der Versicherung dafür aber Zugriff auf die vernetzten Haushaltsgeräte geben. „Das beruht natürlich auf Freiwilligkeit.“

          Generali ist mit mehr als 13 Millionen Kunden einer der größten Versicherer in Deutschland. Vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen den Umzug der Zentrale von Köln nach München angekündigt. Zum deutschen Teil der Generali gehören unter anderem die Generali Versicherungen, AachenMünchener, CosmosDirekt und die Advocard Rechtsschutzversicherung. Deutschland ist für Generali der größte Markt nach Italien.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wird er der nächste Tory-Vorsitzende? Boris Johnson bei einem Fototermin in einer Baumschule

          Wahl zum Tory-Parteichef : „Boris gewinnt ja sowieso“

          Die 160.000 Mitglieder der Konservativen Partei wählen gerade den nächsten britischen Premierminister. Sie sind alt, melancholisch und ein bisschen rebellisch – und sehnen sich nach der guten alten Zeit.
          Von ihren Soldaten hat sie sich verabschiedet. Was folgt für Ursula von der Leyen (CDU)?

          FAZ Plus Artikel: Ursula von der Leyen : Wenn Weber es kann

          Ursula von der Leyens Rücktritt ist ein geschickter Zug. Doch wird es für sie reichen? Die SPD erweist sich weiter als führungs- und orientierungslos.
          Roger Federer nach seiner Niederlage am Sonntag in Wimbledon

          Tennis-Ikone : Wie Roger Federer zum erfolgreichen Unternehmer wurde

          Roger Federer zählt zu den Spitzenverdienern in der Welt. Daran ändert auch die Niederlage in Wimbledon nichts: Denn so erfolgreich wie auf dem Platz ist der Schweizer auch in geschäftlichen Dingen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.