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Debeka : Niedrigere Beiträge für 1,2 Millionen Privatversicherte

  • -Aktualisiert am

Für 125.000 Kunden steigen die Versicherungsprämien. Bild: Picture-Alliance

Die größte deutsche private Krankenversicherung senkt 2018 für viele Kunden die Preise – und widerspricht dem Vorwurf, Beiträge der Privatversicherung stiegen schneller als die der gesetzlichen Krankenkasse.

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          Deutschlands größte private Krankenversicherung, die Debeka, senkt im kommenden Jahr die Versicherungsprämie für etwa jeden vierten ihrer 4,7 Millionen Kunden. Von dem Nachlass von durchschnittlich 1,5 Prozent profitierten 1,2 Millionen Voll- und Zusatzversicherte, teilte die Versicherung mit. Hinzu kämen Senkungen für ältere Versicherte, bei denen gesetzliche Zuschläge wegfielen, weil sie das 60. Lebensjahr erreicht haben oder weil sie von zugesagten Beitragssenkungen ab dem 81. Lebensjahr profitierten. Allerdings seien die Zahl der Begünstigten und das Volumen noch offen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          An die 125.000 Kunden müssten sich allerdings nächstes Jahr auf höhere Prämien von im Schnitt drei Prozent einstellen. Im Kern gehe es dabei um Versicherungsverträge für Kinder, die mehr Leistungen in Anspruch genommen hätten. In der privaten Pflegepflichtversicherung der Debeka gebe es keine Prämienanpassung.

          Nach einem Jahr mit relativ hohen Beitragsanpassungen würden damit im kommenden Jahr für viele Versicherte die Beiträge wieder etwas sinken, sagte Uwe Laue, der Vorstandsvorsitzende der Debeka. „Entgegen vieler Vorurteile gibt es auch so etwas in der privaten Krankenversicherung“, sagte Laue, der auch Vorsitzender des Verbands der Privatversicherungen (PKV) ist.

          Die teilweise deutlichen Prämienerhöhungen um mehr als zehn Prozent zu Jahresbeginn seien nach Jahren stabiler Beiträge auch deshalb nötig gewesen, weil rechtliche Vorschriften eine schnellere Anpassung an steigende Ausgaben und veränderte Rechnungsgrundlagen nicht erlaubt hätten, sagte Laue. Die wegen des Marktumfeldes niedrige Verzinsung der hohen Rücklagen erschwert es zudem, Zinsgewinne zur Deckung steigender Ausgaben heranzuziehen.

          Signal an SPD, Grüne und Linke?

          Die Debeka ist die erste private Versicherung, die Ankündigungen zur Prämiengestaltung des kommenden Jahres macht. Andere Versicherungen wollten sich auf Anfrage nicht äußern. Am Markt wurde spekuliert, womöglich sei die frühe Ankündigung des Branchenführers, der mit 2,3 Millionen Krankenvollversicherten ein Viertel des privaten Marktes für Krankenvollversicherungen abdeckt, auch ein politisches Signal in Richtung Bundestagswahl und gegen die Bestrebungen von SPD, Grünen und Linken, die die PKV zugunsten einer „Bürgerversicherung“ auflösen wollen.

          In diesen Zusammenhang muss auch eine vor wenigen Tagen von der Debeka vorgelegte Studie des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (Iges) gesehen werden. Laut der Untersuchung sind die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in den vergangenen 20 Jahren im gleichen Maß gestiegen wie die Prämien der Debeka – nämlich um 2,6 Prozent im Jahr. Das widerlege oft aufgestellte Behauptungen, die Beiträge zur PKV stiegen stärker als die der gesetzlichen Kassen, wobei dort angeordnete Leistungseinschränkungen durch diverse Gesundheitsreformen nicht einmal in die Rechnung eingeflossen seien. In den vergangenen zehn Jahren hätten die Prämiensteigerungen der PKV-Versicherten sogar unter denen der Kassenmitglieder gelegen.

          Die Iges-Studie trete auch vielfach gemachten Behauptungen entgegen, die Beiträge der PKV seien im Alter nicht bezahlbar, erklärte der größte deutsche Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. In Wirklichkeit sei es vielmehr so, dass die Beiträge der PKV-Versicherten im Alter nicht höher lägen als jene der 60-Jährigen. Beamte, denen die staatliche Beihilfe im Alter bis zu 70 Prozent der Kosten erstattet, kämen sogar deutlich günstiger weg.

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