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Zoll und Sicherheitskontrolle : Was darf mit ins Urlaubsgepäck?

  • -Aktualisiert am

Was darf ins Reisegepäck, was sollte man besser lassen? Bild: obs

Mit dem Pfingstwochenende beginnt die Sommerurlaub-Saison. Aber welche Reisefreimengen und Medikamente sind eigentlich zur Mitnahme erlaubt, ohne Schwierigkeiten bei der Einreise zu bekommen? FAZ.NET gibt einen Überblick.

          Mit dem verlängerten Pfingstwochenende wird in Deutschland die große Sommerurlaub-Saison eingeläutet. Viele Deutsche werden ab jetzt bis Anfang September auf Reisen gehen und ihre Urlaubszeit im Ausland verbringen. Die große Reisewelle wird auch zu Stoßzeiten an den Flughäfen führen. Gerade bei den Luftsicherheitskontrollen und an den Grenzkontrollstellen bei Reisen in Nicht-Schengen-Staaten sollten Reisende mit längeren Wartezeiten rechnen.

          Wer pünktlich mit dem Flugzeug starten möchte, sollte auch ebenso pünktlich am Flughafen sein. Die Bundespolizei rät in den Schulferien-Wochen dazu, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Wer eingecheckt und sein Reisegepäck abgegeben hat, sollte sich unmittelbar an der Sicherheitskontrolle anstellen.

          Ebenso wichtig: Jeder Reisende sollte vor dem Antritt der Reise kurz einmal einen Blick auf seinen Ausweis und auch die Pässe der mitreisenden Kinder werfen, ob auch alle Dokumente noch ihre Gültigkeit besitzen. Auch wenn die Bundespolizei grundsätzlich Passersatzdokumente für bestimmte Zielländer ausstellen kann – das kann dauern und mitunter lange Wartezeiten erfordern.

          Nicht weniger wichtig ist, sich vor Antritt der Reise mit den bestehenden Einfuhrbestimmungen zu befassen, damit es bei der Einreise und auch bei der Rückkehr mit dem Koffer voller Souvenirs keine Probleme gibt.

          Wir haben die wichtigsten Bestimmungen aufgelistet:

          Aufpassen bei Medikamenten

          Eines der wichtigsten Themen sind Medikamente. Eine weltweit gültige oder länderspezifische Verordnung über erlaubte und nicht erlaubte mitgeführte Medikamente gibt es nicht, das macht das Ganze auch für Reisende schwer. Die Bestimmungen richten sich nach Land, Behörden, aktueller Situation – und bei der Einreise per Flugzeug nach der Fluggesellschaft.

          Generell gilt: Jeder darf nicht verschreibungspflichtige Medikamente für maximal drei Monate mitnehmen. Bei Hustensaft, Nasenspray, Augentropfen oder Wundsalben im Handgepäck muss die 100-Milliliter-Grenze eingehalten werden, die für alle Flüssigkeiten im Handgepäck gilt. Es ist ratsam, für alle mitgeführten Medikamenten die Originalverpackung und den Beipackzettel dabei zuhaben.

          Verschreibungspflichtige Medikamente bereiten dem Reisenden schon einen etwas größeren Aufwand. Innerhalb des Schengen-Raums dürfe Reisende auf einer Reise von bis zu 30 Tagen alle Medikamente mitnehmen, die ihnen vom Arzt verschrieben wurden. Dieser muss jedoch eine Bescheinigung auf Englisch mit Angaben zu den Wirkstoffen der Medikamente, ihrer Dosierung und der Reisedauer ausfüllen. Ein Muster für eine solche Medikamenten-Bescheinigung gibt es zum Beispiel beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medikamente (BfArM).

          Außerhalb des Schengen-Raums ist die Situation für den Reisenden noch etwas komplizierter. Es ist zu empfehlen, sich bei bestimmten Ländern vor der Einreise über die Einfuhrbestimmungen für Medikamente bei den jeweiligen Einreisebehörden oder den diplomatischen Vertretungen genauer zu informieren. Zu diesen Ländern gehören unter anderem die Vereinigten Staaten, Singapur, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, China, Australien und auch die beliebten Malediven. Wenn es ganz hart auf hart kommt und die Mitnahme eines Medikamentes verboten, dieses aber lebensnotwendig ist, bleibt noch der Weg, eine Ein- und Ausfuhrgenehmigung bei der Bundesopiumstelle zu beantragen.

          Die Reisefreimengen

          Für Einreisen aus Nicht-EU-Ländern sind für den persönlichen Ge- bzw. Verbrauch bestimmte Waren bis zu einer bestimmten Höchstmenge von Einfuhrabgaben freigestellt – zum Beispiel 200 Zigaretten oder 1 Liter Alkohol. Für andere Waren wie Kleidungsstücke, Schmuck oder Sportgeräte gilt eine Wertgrenze von 430 Euro.

          Innerhalb der EU besteht grundsätzlich zwischen allen Ländern der freier Warenverkehr. Das bedeutet, Privatpersonen können Waren für Ihren persönlichen Bedarf ohne Einschränkungen mitbringen. Bei bestimmten Genussmitteln, wie z.B. Tabak oder Alkohol, ist die abgabenfreie Menge aber begrenzt.

          Auch bei bestimmten Urlaubsregionen innerhalb der EU, wie zum Beispiel die Kanaren oder die Kanalinseln, ist Vorsicht geboten. Diese haben den Status eines „steuerlichen Sondergebiets“, wodurch sie bei den Reisefreigrenzen rechtlich den Nicht-EU-Ländern gleichgestellt sind.

          Tiere und Pflanzen

          Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie Produkte daraus unterliegen strengen Aus- und Einfuhrbestimmungen. Diese Maßnahmen sind für den Artenschutz notwendig und helfen mit, das Einschleppen von Krankheiten und Schädlingen zu verhindern.

          Dass man die Finger von lebenden Urlaubssouvenirs lässt, sollte obligatorisch sein. Im Zweifel ist es besser, keine Souvenirs zu kaufen, zu deren Herstellung Tiere, Pflanzen oder Teile davon verwendet wurden.

          Bargeld

          Für viele Deutsche gilt auch im Urlaub „Nur Bares ist Wahres“: Bei mitgeführten Barmitteln ist jedoch eine Wertgrenze von 10.000 Euro zu beachten. Bei Einreisen oder Ausreisen aus bzw. in EU-Länder aus Nicht-EU-Staaten muss der Betrag ab 10.000 Euro eigenständig, ohne Aufforderung schriftlich beim Zoll angemeldet werden – sonst drohen Strafen.

          Zu beachten ist auch, dass der Bargeldbetrag in manchen Ländern außerhalb der EU variieren kann, es empfiehlt sich, die jeweiligen Einreisebehörden anzufragen. Innerhalb der EU müssen beim Grenzübertritt mitgeführte Barmittel im Wert von 10.000 Euro oder mehr nur nach Aufforderung mündlich angezeigt werden.

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