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Kein Sachbearbeiter nötig : Wenn der Algorithmus den Blechschaden reguliert

Knautsch: Was das wohl kostet? Bild: Plainpicture

Erstmals reguliert der Versicherungskonzern Allianz einfache Kaskoschäden mit Hilfe selbstlernender Algorithmen. Allianz-Manager Iwanowski kann sich weitere Einsatzbereiche der Künstlichen Intelligenz vorstellen.

          3 Min.

          Wie schnell ist es passiert: beim Ausparken nicht aufgepasst, einen Baum touchiert und die hintere Stoßstange beschädigt. Solche Kaskoschäden melden Autofahrer ihren Versicherern täglich, und ihre Regulierung kostet Zeit und Geld. Die Allianz Deutschland will Geschäftsprozesse dieser Art allein mithilfe von selbstlernenden Algorithmen, die in Daten Muster erkennen, bewältigen. „Wir setzen Künstliche Intelligenz zur Bearbeitung von Kaskoschäden seit Ende vergangenen Jahres ein“, sagt Christopher Iwanowski. Er ist bei der Allianz Versicherungs-AG Leiter der Schadenentwicklung und nach den ersten Erprobungswochen vom „Kollegen Computer“ überzeugt.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Seit Einführung im Oktober 2021 hat die Allianz etwa 30. 000 Schadenfälle auf Basis der Künstlichen Intelligenz (KI) kalkuliert, und Iwanowski zieht ein positives Fazit: Vollkaskoschäden mit geringer Komplexität könnten vollständig reguliert werden, und zwar binnen 24 Stunden, sagt er. „Der Kunde fotografiert den Schaden, schickt uns die Bilder über sein Smartphone, und die KI kalkuliert die Reparaturkosten. Auf Wunsch des Kunden wird der Betrag sofort überwiesen, ohne dass ein Sachbearbeiter eingeschaltet ist. Das ist ein absolutes Novum!“ Bei fast 1000 der so kalkulierten Schadenfälle waren die Kriterien für das Angebot der Sofortauszahlung erfüllt. Eine autonome Software entscheidet, ob direkt reguliert wird oder der Fall an einen menschlichen Sachbearbeiter weitergeleitet wird.

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