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Die Vermögensfrage : Bildung rentiert besser als Aktien

Theorie und Praxis: Studentinnen und Studenten folgen einer Vorlesung im Anatomie-Hörsaal der Martin-Luther-Universität in Halle. Bild: dpa

Der Erfolg im Leben hängt vor allem von dem ab, was wir können. Deswegen ist Bildung eine der besten Investitionen in die eigene Zukunft.

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          Vor langer Zeit herrschte die Überzeugung, Kinder seien die beste Altersvorsorge. Das galt vor allem zu einer Zeit, als wirtschaftlicher Erfolg vor allem das Ergebnis menschlicher Arbeit war. Mit der Verwendung von Sachkapital (Maschinen und Anlagen) im Zuge der Industrialisierung wuchs bei vielen Menschen die Überzeugung, dass die Beteiligung am Sachkapital etwa in Form von Aktien die beste langfristige Form der Altersvorsorge ist. Das Plädoyer für die Aktie besitzt noch heute Gültigkeit, aber die durch die digitale Revolution beförderte allmähliche Transformation von Industriegesellschaften in dienstleistungsorientierte Wissensökonomien lässt viele Fachleute die Vermutung äußern, dass die Renditen auf Sachkapital in den kommenden Jahrzehnten niedriger ausfallen dürften als in der jüngeren Vergangenheit. Das außerordentlich niedrige Zinsniveau wirkt wie ein Vorbote einer solchen Zeit.

          Während Sachkapital also eher überreichlich vorhanden sein wird, könnte allein der demographische Wandel in der Zukunft qualifizierte Arbeitskraft knapp und damit teuer werden lassen – denn die Computerisierung und Robotisierung unserer Gesellschaften dürfte in erster Linie standardisierte Arbeit wegfallen lassen. Dies gilt für jüngere wie für ältere Arbeitnehmer. Durch die Einstellung einer hochqualifizierten jüngeren Arbeitskraft sichert sich ein Unternehmen Zugang zu dem jeweils modernsten Fachwissen, das an Universitäten gelehrt wird. Dafür verfügen ältere Arbeitnehmer, die sich im Laufe ihres Berufslebens weitergebildet haben, nicht nur über viel praktische Erfahrung, sondern auch über ein hohes Maß an spezifischem Wissen, das für ihre Tätigkeit notwendig ist.

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