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Traum vom Eigenheim : Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Für die meisten wird das ein Traum bleiben: ein Haus auf Sylt, einer der teuersten Flecken Deutschlands. Bild: Beate Zoellner / vario images

Niedrige Bauzinsen verführen zum Immobilienkauf. Doch das Eigenheim ist teurer, als viele vermuten. Die F.A.S. hat recherchiert, wer sich den Traum noch erfüllen kann. Eine Rechnung.

          5 Min.

          Der Traum lebt weiter: Mindestens zwei Drittel, je nach Umfrage sogar manchmal 80 Prozent, wollen in der eigenen Immobilie wohnen – trotz der stark gestiegenen Kaufpreise. Tatsächlich tut das nur rund die Hälfte der Deutschen. Doch ein Kauf erscheint derzeit attraktiv, angesichts von Bauzinsen, die fast wieder die Rekordtiefstände vom Herbst 2016 erreicht haben. Das Motto: Lieber 1500 Euro in den Baukredit für die eigene Wohnung stecken als 1500 Euro Miete zahlen und damit den Vermieter statt sich selbst beglücken.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch so einfach ist die Rechnung nicht. Wer überlegt, sich eine Immobilie zuzulegen, muss ehrlicher kalkulieren. Denn natürlich ist eine Immobilie nicht mit einem Baukredit allein finanziert, was die angehenden Hauskäufer anfangs gerne unterschlagen. Hinzu kommt noch mindestens ein Viertel bis ein Drittel des Kaufpreises, das sie selbst ohne Kredit stemmen müssen. Denn die Banken wollen die Immobilien nicht vollständig finanzieren und verlangen je nach Bonität mindestens zehn bis 20 Prozent eigenes Geld des Käufers. Hinzu kommen die einmaligen Kaufnebenkosten für Grunderwerbsteuer, Makler und Notar- und Grundbuchgebühren, die je nach Bundesland noch einmal bis zu 15 Prozent ausmachen. Wer also ein Haus für 400.000 Euro kaufen will, muss dafür mindestens 100.000 Euro selbst beisteuern. Die muss man erst mal haben.

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