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Familien-Finanzen : Kinder kosten ein Vermögen

Anspruch auf Bafög: Eltern entlasten

Die Vollmacht über das Kinderkonto erlischt zudem mit dem 18. Geburtstag. Hatten die Eltern darauf Geld für die Ausbildung zurückgelegt, haben sie später keine Handhabe mehr, dass das Geld auch tatsächlich dafür verwendet wird. Wenn das Kind nicht mehr ganz so brav ist und nicht mehr auf seine Eltern hört, wie einstmals angenommen, und sich für das Geld lieber ein Auto oder eine tolle Reise gönnt, ist das dem Buchstaben des Gesetzes nach sein gutes Recht, und es hat dennoch vollen Anspruch auf eine Finanzierung einer berufsqualifizierenden Ausbildung oder eines Studiums durch die Eltern.

Dies passiert nicht, wenn die Eltern das Geld auf einem auf ihren Namen lautenden Konto für das Kind verwalten. Dann behalten sie stets die volle Verfügungsgewalt über das Geld und können damit machen, was sie wollen, ohne sich später Schadensersatzklagen ihrer Kinder gegenüberzusehen. Die Kinder sind indes die Einzigen, die dies einklagen können. Die Bank fragt nicht, was die Eltern mit ihrer Vollmacht für das Kinderkonto machen.

Um die Eltern zu entlasten, haben die Kinder indes immer zu prüfen, ob sie einen Anspruch auf Bafög haben. Eltern können dies auch für sich schon früh einmal durchrechnen, schließlich kann das für ihre Finanzplanung eine große Rolle spielen. Wenn das Kind nicht zu Hause wohnt, beträgt der maximale Fördersatz immerhin knapp 600 Euro und kann das elterliche Budget erheblich entlasten. Um Bafög zu erhalten, darf das Vermögen des Kindes inklusive Auto, sofern es dem Kind gehört und abbezahlt ist, nicht mehr als 5200 Euro betragen. Nächstes Jahr erhöht sich der Freibetrag auf 7500 Euro. Das Vermögen der Eltern spielt keine Rolle für den Bafög-Anspruch. Vermögen kurzfristig auf die Eltern zu übertragen ist nicht zulässig und wird mittlerweile streng kontrolliert. Verfügen die Eltern zum Beispiel über ein Nettoeinkommen von 2500 Euro im Monat und haben noch ein weiteres Kind zu versorgen, besteht ein Bafög-Anspruch von rund 440 Euro im Monat. Verdienen sie 3000 Euro netto sind es immerhin noch 220 Euro Bafög im Monat.

Wenn das Geld trotz allen Bemühens von Student und Eltern nicht reicht, bieten sich auch Studienkredite an. Ohne Sicherheiten und unabhängig vom Einkommen bietet zum Beispiel die KfW monatliche Zahlungen von bis zu 650 Euro für bis zu 7 Jahre an. Spätestens zwei Jahre nach der letzten Auszahlung beginnt die Tilgung, die auf bis zu 25 Jahre gestreckt werden kann. Sondertilgungen sind in beliebiger Höhe jederzeit möglich. Der Zinssatz beträgt knapp 4 Prozent, wird jedoch halbjährlich je nach Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus angepasst. Auch Festzinsangebote sind möglich. Verständnis für das knappe finanzielle Budget ihrer Eltern dürften die meisten Studenten erst entwickeln, wenn sie selbst Kinder haben.

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