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Vermögensfrage : Windkraftanlagen geben keinen Anlass zu Jubelstürmen

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Die anfängliche Zahlung von 100.000 Euro und die 20 jährlichen Rückflüsse führen zu einer Verzinsung von 4,96 Prozent im Jahr. Das ist die Basisverzinsung der Anlage, und an diesem Ergebnis führt kein Weg vorbei. Es ist völlig egal, ob ein Anleger das Kraftwerk allein kauft, oder ob sich an der Investition viele Anleger mit kleinen Beträgen beteiligen. Die Verzinsung vor Steuern wird in allen Fällen jährlich 4,96 Prozent vor Steuern betragen. Und dieser Wert ist die Grundlage für den Vergleich mit anderen Anlagen. Kredite mögen das Ergebnis verbessern, doch sie dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass dadurch die Anlage besser werden würde. Wind bleibt Wind, und Strom bleibt Strom. Wer um jeden Preis den Kredit in die Rendite einbinden möchte, muss beim Vergleich mit anderen Anlagen darauf achten, dass dort mit denselben Verbindlichkeiten gearbeitet wird. Sonst werden Äpfel und Birnen verglichen.

Interessenten wird beständig der Mund wässrig gemacht

Unter Berücksichtigung der persönlichen Steuern verschieben sich die Ergebnisse. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Stroms sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Sie können mit der Abschreibung der Anlage verrechnet werden, so dass der steuerliche Überschuss sinkt. Auch hier lassen Initiatoren keine Möglichkeit aus, um Interessenten den Mund wässrig zu machen. Sonderabschreibungen können das Ergebnis aufhellen. Doch wer die Kirche im Dorf lässt, wird mit der gleichmäßigen Abschreibung über 20 Jahre hinweg rechnen. Folglich sind jedes Jahr genau 5000 Euro absetzbar, wie im mittleren Teil der Tabelle zu erkennen ist. Dadurch sind nicht 8000 Euro, sondern lediglich 5000 Euro steuerpflichtig. Die Höhe der Verzinsung hängt von der Höhe des Einkommens ab. Wer zum Beispiel etwa 35 Prozent seiner Einnahmen abgeben muss, kann sich bei der Windkraftanlage nach Steuern über eine jährliche Rendite von 3,36 Prozent freuen.

Die Investition soll zu 25 Prozent mit Eigenkapital bezahlt. Die offenen 75 Prozent werden über einen Kredit dargestellt, Er soll im Verlauf von 20 Jahren in gleichen Raten getilgt werden, so dass die Tilgungen bei 3750 pro Jahr liegen. Hinzu kommen die Zinsen. In der ersten Halbzeit kostet das Darlehen nominal 3,5 Prozent, und in der zweiten Halbzeit wird mit einem Folgezins von 4,5 Prozent gerechnet. Der Kredit verschiebt den kompletten Zahlungsstrom. Anfangs werden bei diesem Modell nur 25.000 Euro eingesetzt. Danach winken dem Anleger insgesamt 20 Ausschüttungen, die bei 1494 Euro beginnen und im Laufe der Zeit auf 3090 Euro steigen. Das führt zu einer jährlichen Verzinsung von 5,42 Prozent nach Steuern.

Für Senioren, die ihr Seelenheil auf dem Fahrrad suchen

Die einzelnen Ergebnisse werden für die einen Anleger erfreulich und für die anderen Investoren enttäuschend sein. Sie zeigen in aller Deutlichkeit, dass auch bei grünen Anlagen die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Renditen von 8 oder 10 Prozent nach Steuern beruhen auf Prognosen und Spielereien, die von der Wirklichkeit ablenken. Die üblichen Renditen liegen für Bezieher mittlerer Einkommen zwischen 3 und 6 Prozent. Das führt zu der Frage, für wen sich die Geldanlagen eignen.

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