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Vermögensfrage : Risikobereitschaft bestimmt Eigenheimfinanzierung

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Kai

Über die optimale Finanzierung des Eigenheims kann man sich streiten. Derzeit redet alle Welt von Kapitalpolicen, Leibrenten, Riester-Verträgen und Rürup-Renten. Sie sind jedoch mit Vorsicht zu genießen.

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          Eigenheime stehen auf der Wunschliste junger Familien ganz oben. Der Weg an den eigenen Kamin ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden. Einfamilienhäuser kosten in Deutschland im Schnitt um die 300.000 Euro, so dass Eigenkapital von 50.000 bis 60.000 Euro notwendig ist, um von den Banken die notwendigen Hypotheken zu erhalten. Die Wahl des „richtigen“ Sparvertrags für das Eigenkapital hängt in erster Linie von der Risikobereitschaft der Anleger ab.

          Hypotheken mit einer Zinsbindung von 15 Jahren kosten zur Zeit etwa 5 Prozent, und dieser Satz teilt die Privatleute – grob gesagt – in zwei Lager. Wer die Meinung vertritt, in den nächsten 30 bis 35 Jahren für monatliche Sparraten mehr als 5 Prozent nach Steuern zu bekommen, setzt auf Aktien und zieht diese Sparpläne vom ersten bis zum letzten Tag durch. Zwischendurch wird ein Festkredit aufgenommen, für den jedoch nur Zinsen bezahlt werden. Der Kredit selbst wird so spät wie möglich, in der Regel aber zu Beginn des Ruhestandes, aus dem Aktiendepot getilgt.

          Ganz anders sieht die Planung bei Leuten aus, die auf Sicherheit bedacht sind. Sie glauben nicht daran, den Hypothekenzins zu schlagen. Daher schließen sie kurzfristige Sparverträge ab, die bis zum Bau oder Kauf des Eigenheims laufen. Nun wird der Schalter voll auf die Tilgung des Kredites umgelegt. Später wird der Schalter wieder auf Sparverträge umgelegt, dieses Mal aber für den Aufbau des freien Vorsorgekapitals.

          Klassische Sparpläne sind die bessere Lösung

          Man kann darüber streiten, wie die optimale Finanzierung des Eigenheims aussieht. Entscheidend ist nur die Tatsache, den richtigen Weg zu erkennen und später nicht auf Abwege zu geraten. Kapitalpolicen, Leibrenten, Riester-Verträge und Rürup-Renten sind, auch wenn alle Welt davon redet, in beiden Lagern mit Vorsicht zu genießen. Die Angebote sind Spezialprodukte für die Altersvorsorge, und die Sparer bekommen ihr Geld in Form zum Teil nur in Form lebenslanger Renten zurück.

          In vielen Fällen mögen solche Verträge ein Segen sein, doch wer in seine Lebensplanung auch Eigenheime und Kredite einbindet, sollte sich in jungen Jahren vor dem Abschluss solcher Verträge hüten, weil sie nicht ins Konzept passen. Hier sind die klassischen Sparpläne die bessere Lösung, und die Chancen und Risiken werden in folgendem Modell deutlich.

          Ein Sparer ist 30 Jahre jung. Er will in den nächsten 35 Jahren sowohl das Eigenheim als auch die Altersvorsorge stemmen, wobei das Eigenheim in zehn Jahren errichtet oder gekauft werden soll. Für beide Vorhaben sollen fünf Jahre monatlich 500 Euro, weitere fünf Jahre monatlich 1000 Euro und für die restlichen 25 Jahre monatlich 2000 Euro zur Verfügung stehen.

          Der „sichere“ Weg ins Eigenheim ist kompliziert

          Das führt bei den Liebhabern von Aktien zu einem Sparvertrag von 60 Raten à 500 Euro, 60 Raten à 1000 Euro und 240 Raten à 750 Euro. Die „fehlenden“ 1250 Euro der dritten Periode müssen für die Verzinsung des Kredites – hier 300.000 Euro – reserviert werden. Bei einer Rendite von 7 Prozent kann der Sparer in 35 Jahren mit einem Guthaben von rund einer Million Euro rechnen. Eigentlich sollten 1,3 Millionen Euro auf dem Konto stehen, doch die Differenz fließt als Abgeltungsteuer in die Staatskasse.

          Das Endguthaben muss um den Kredit gekürzt werden, weil die Schulden in 35 Jahren aus dem Aktiendepot getilgt werden müssen. Damit hat der Anleger zu Beginn des Ruhestandes auf der einen Seite das lastenfreie Eigenheim im Wert von schätzungsweise 300.000 Euro und auf der anderen Seite das Depot in einer Größenordnung von voraussichtlich 700.000 Euro. Ob das Geld weiterhin in Aktien angelegt werden wird, muss zu gegebener Zeit entschieden werden. Das Sparprogramm wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aber zu Ende sein, weil der Anleger im Ruhestand von den Erträgen, vielleicht sogar auch von dem Kapital, leben will.

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