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Die Vermögensfrage : Die Scheidung und die Altersvorsorge

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Trennungsschmerz: Wie kompliziert eine Scheidung werden kann, haben schon Kathleen Turner und Michael Douglas im Film „Der Rosenkrieg“ gesehen. Bild: www.fotex.de

Wenn zwei sich trennen, rechnen Dritte: Wie werden erworbene Versorgungsansprüche aufgeteilt? Was gilt für Betriebsrenten?

          8 Min.

          Am Anfang scheint alles perfekt. Wer heiratet, denkt nicht daran, dass das Glück nicht ewig währt. Irgendwann hält der Alltag Einzug, es wird gestritten über offene Zahnpasta-Tuben, achtlos liegen gelassene Socken und darüber, wie die Spülmaschine korrekt einzuräumen ist. Über die Jahre wächst so die Erkenntnis, dass der Mensch an der Seite doch nicht derjenige ist, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen möchte. Auch wenn in den vergangenen zehn Jahren laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Scheidungen gesunken ist, landet immer noch jede dritte Ehe vor dem Scheidungsrichter.

          Dann wird gestritten um Bilder, Silberbesteck und Bettwäsche. Und natürlich um das Sorgerecht für die Kinder und den Unterhalt. Nicht nur der Hausrat – auch die in der Ehe erworbenen Rentenansprüche müssen aufgeteilt werden. Gerade die Aufteilung der Rentenansprüche, der Versorgungsausgleich, ist ein komplexes Unterfangen – insbesondere, wenn Betriebsrenten mit im Spiel sind. Dabei geht es mitunter um viel Geld. Dem Thema Versorgungsausgleich haben wir schon im vergangenen Jahr eine Vermögensfrage gewidmet. Die Resonanz war groß. Ein Grund, einzelne Punkte nochmals zu vertiefen.

          Für all diejenigen, die sich zwischen dem 1. Juli 1977 und dem 31. August 2009 haben scheiden lassen, gibt es eine Besonderheit: Sie können den Versorgungsausgleich von einst nach neuem Recht berechnen lassen. Lohnenswert ist eine Neuberechnung in der Regel, wenn einer der früheren Partner eine Betriebsrente oder eine Rente aus einer berufsständischen Versorgungskasse erhält oder zwischenzeitlich verstorben ist. Über eine Neuberechnung können sich Betroffene vom früheren Partner mehr Geld holen oder die Kürzungen der eigenen Versorgungsbezüge minimieren. Aber auch für etliche, die nach 2009 beschlossen haben, getrennte Wege zu gehen, lohnt es sich, besondere Vereinbarungen beim Versorgungsausgleich zu treffen. Dazu später mehr.

          Hin-und-Her-Ausgleich seit 2009

          Beginnen wir 1977. Damals wurde der Versorgungsausgleich eingeführt – in erster Linie, um den Partner, der sich im Laufe der Ehe um Haushalt und Kinder kümmerte und keine Rentenansprüche erwarb, an den Ansprüchen des arbeitenden Partners zu beteiligen. Bis 2009 ermittelten die Scheidungsrichter bei der Trennung für jeden Ehepartner gesondert die Versorgungsanwartschaften, die er oder sie während der Ehe erworben hatten. Hatte einer der Partner in dieser Zeit höhere Rentenansprüche erwirtschaftet, musste er dem anderen Partner die Hälfte des Wertunterschieds abgeben. Und ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Einige Anwartschaften wie etwa Betriebsrenten, die im Alter keine Rentensteigerung vorsahen, rechneten die Familiengerichte mit Hilfe der sogenannten Barwert-Verordnung in eine fiktive volldynamische Rente um und glichen den Saldo über die gesetzliche Rentenversicherung aus. Der Ausgleichsberechtigte erhielt also Entgeltpunkte in der gesetzlichen Rentenversicherung.

          In einigen Fällen wurde auch ein sogenannter schuldrechtlicher Versorgungsausgleich vereinbart. Dies ist in den Scheidungspapieren entsprechend vermerkt. In diesen Fällen muss der Ausgleichsberechtigte zu Rentenbeginn einen Antrag stellen, um überhaupt an der Betriebsrente beteiligt zu werden. Wer dies versäumt, geht leer aus. „Das kommt in der Praxis leider sehr häufig vor. Denn bis zum Rentenbeginn haben insbesondere viele Frauen vergessen, dass sie noch Ansprüche gegenüber dem Ex-Partner geltend machen können“, sagt Wilfried Hauptmann, Sachverständiger zum Versorgungsausgleich aus Meckenheim. Ein Blick in die Scheidungsunterlagen lohnt daher.

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