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Die Vermögensfrage : Wie viel muss ich fürs Alter sparen?

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Der nächste Großposten im Haushaltsbudget ist das Auto. Die Deutschen fahren im Schnitt jährlich 10.000 Kilometer, und wenn für jeden Kilometer ein halber Euro angesetzt wird, schlägt das Auto mit weiteren 400 Euro zu Buche. Die beiden Posten summieren sich zu 800 Euro. Nun fallen Aufwendungen für Nahrungsmittel und Kleidung an, außerdem sind Freizeit und Urlaub zu bezahlen. Wenn für diese Dinge monatlich 500 beziehungsweise 300 Euro angesetzt werden, kostet das durchschnittliche Leben in Deutschland jeden Monat rund 1600 Euro. Folglich bleiben 300 Euro übrig, und diese 300 Euro sollten auf die Seite gelegt werden, um den Lebensstandard im Alter aufrecht erhalten zu können. Das ist vielen Privatleuten bewusst, doch die Beträge sind so hoch, dass es kein Wunder ist, das Problem nach Möglichkeit aus dem Bewusstsein auszublenden.

Reduziert der Durchschnittsrentner seine Ausgaben im Alter?

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen im Mittel monatlich 568 Euro in die gesetzliche Rentenkasse. Das heißt zum Beispiel für einen 32 Jahre alten Mann, dass beide Parteien bis zum 67. Geburtstag des Anlegers insgesamt 238.560 Euro einbezahlen werden, wenn die Beiträge konstant blieben. Das ist natürlich Spekulation, doch es ist genauso Utopie, irgendwelche Annahmen zu treffen, wie sich die Einzahlungen in den nächsten 35 Jahren entwickeln werden. Das gilt auch für die Auszahlung. Wenn die 239.000 Euro ohne Zins und Zinseszins an den Rentner zurückfließen, kann bis zum 85. Lebensjahr eine Rente von rund 1100 Euro bezahlt werden.

Nun wird es spannend. Die aktuellen Ausgaben betragen 1600 Euro, die mögliche Rente liegt bei 1100 Euro. Was passiert mit der Lücke von 500 Euro? In der allgemeinen Diskussion ist oft die Rede davon, die Altersrente solle 60 bis 70 Prozent des Nettolohns betragen. Das hört sich gut an, das sieht ordentlich aus, doch die entscheidenden Fragen lauten: Kann der durchschnittliche Rentner im Alter billiger wohnen? Wird der durchschnittliche Rentner im Ruhestand zu Fuß gehen? Wird der durchschnittliche Rentner in 40 Jahren die Ausgaben für Ernährung und Kleidung reduzieren?

Wer den heutigen Konsum im Alter nicht einschränken will, außerdem nicht bereit ist, vor dem 85. Geburtstag von der Bühne abzutreten, braucht zu Beginn des Ruhestandes, da gibt es nicht viel zu berechnen, insgesamt 108.000 Euro, um ordnungs- und standesgemäß – eben im Schnitt – über die Runden zu kommen. Das bedeutet bei einer Spardauer von 35 Jahren, dass jeden Monat etwa 250 Euro auf die hohe Kante gelegt werden müssen. Das sind 13 Prozent des verfügbaren Einkommens, und dieser Wert entspricht in etwa der aktuellen Sparquote in Deutschland.

Jüngere Menschen neigen zu weniger Haushaltsdisziplin

Der durchschnittliche Deutsche hat, wie im vorliegenden Fall deutlich geworden ist, monatlich 300 Euro übrig, so dass monatliche Sparleistungen von 250 Euro kein Problem zu sein scheinen. Die Betonung liegt aber auf dem letzten Verb des letzten Satzes, weil solche Sparquoten in der Wirklichkeit riesige Probleme sind. Durchschnitt und Median sind, wie jeder Fachmann weiß, verschiedene Stiefel. Bei der ersten Kennzahl werden alle Menschen in einen Topf geworfen, und beim zweiten Wert werden die Menschen in zwei Lager aufgeteilt, die gleich groß sind. Das hat zur Folge, dass die Zahl der Menschen, die im Monat weniger als 3000 Euro einnimmt, größer ist als jene Zahl, die mehr als 3000 Euro verdient.

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