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Vermögensfrage : Nicht nur die Superreichen brauchen eine Planung ihrer Finanzen

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Altstadt in Bamberg: Auf Kante genähte Immobilienfinanzierungen können schnell mal schief gehen. Bild: dpa

Nicht nur die Finanzierung von Immobilien geht immer wieder schief, weil Privatleute nicht langfristig planen. Diese Fehler sind teuer und unnötig.

          5 Min.

          Wer hat noch nicht von Fällen gehört, in denen eine private Immobilienfinanzierung auf Kante genäht war und dann schiefgegangen ist? Wenn in einer finanziellen Schlechtwetterphase die Raten nicht mehr gezahlt werden können, kommt es nicht selten zur Versteigerung der Immobilie. Das muss nicht sein.

          Der Begriff Finanzplanung ist sicherlich vielen Menschen bekannt, aber vielen Menschen liegt sie fern. Sicherlich: Wer ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert, stößt darauf in den Bereichen Unternehmens- und Investitionsplanung als einem wesentlichen Baustein. Jeder Unternehmer muss Finanzplanung betreiben, wenn er seinen Betrieb über längere Zeiträume erhalten möchte. Bei Investitionsplanungen geht es in der Regel um mittlere oder auch längere Fristen von über fünf Jahren, je nach Investitionsobjekt.

          Aber wie sieht es im privaten Bereich aus? Wenn man einmal davon absieht, dass auch die Planung der monatlichen Einnahmen und Ausgaben eine kurzfristige Finanzplanung ist, so findet doch eine Finanzplanung im „betriebswirtschaftlichen Sinn“ in der Regel nicht statt. Sie lässt sich im Ansatz beobachten, wenn ein Eigenheim finanziert werden soll; aber diese ansatzweise und damit unvollständige Planung führt immer wieder zu individuellen finanziellen Katastrophen.

          Wenn hier in der Folge von privater Finanzplanung geredet wird, dann ist ausschließlich eine ganzheitliche Finanzplanung gemeint. Was ist darunter zu verstehen? Ganzheitliche Finanzplanung beinhaltet viele Teilaspekte wie die Planung der Altersvorsorge, des Ruhestands, des Immobilienerwerbs und des Vermögensaufbaus. Auch die Planung der Nachfolge gehört dazu. Finanzplanung beinhaltet aber auch den Bereich der Absicherung persönlicher Risiken (Krankheit, Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, Unfall, Tod) sowie das Risiko von Vermögensverlusten durch mangelnde Absicherung der persönlichen Haftungsrisiken und den Verlust von nichtmonetären Vermögenswerten. Allein durch diese nicht abschließende Aufzählung müsste eigentlich klar sein, dass jedes „Unternehmen Privathaushalt“ eine mittel- bis langfristige Finanzplanung haben müsste.

          Der Kunde muss mitarbeiten

          Warum mangelt es daran in Deutschland? In den Vereinigten Staaten gibt es das professionelle „Financial Planning“ seit mehr als 60 Jahren. Eine wesentliche Begründung liegt darin, dass kein funktionierendes staatliches Rentensystem besteht und die Amerikaner gezwungen waren, selbst für ihr Alter vorzusorgen. Dies erfordert eine langfristige Planung. Mitte der achtziger Jahre hatte Graf Matuschka diese Denkweise nach Deutschland „importiert“. Fast zeitgleich postulierte Norbert Blüm im Bundestagswahlkampf des Jahres 1987 seinen berühmt berüchtigten Satz: „Die Rente ist sicher!“

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