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Reetdach, Natursteinwall: Wer ein Haus auf Sylt verschenken will, hat es heutzutage wirklich (nicht) leicht. Bild: Jens Gyarmaty

Die Vermögensfrage : Schenken und Erben von Immobilien wird teurer

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Das Jahressteuergesetz sieht eine Neubewertung von Immobilien bei Schenkung und Erbschaft vor – teurer werden vor allem Immobilien in attraktiven Lagen. Wer plant, Häuser oder Wohnungen zu übertragen, sollte schnell handeln.

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          In den vergangenen Jahren haben Immobilien kräftig an Wert gewonnen. Davon profitiert haben nicht nur Eigenheimbesitzer, sondern auch der Staat. 2021 haben die Bundesbürger laut Statistischem Bundesamt Vermögen in Höhe von 118 Milliarden Euro verschenkt und vererbt, das steuerlich berücksichtigt wurde. Das sind 40 Prozent mehr als 2020. Die Höhe der Erbschaft- und Schenkungsteuer ist um 30 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro gestiegen. Maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben Grundstücke und Immobilien. Und die Einnahmen der Finanzämter dürften in den kommenden Jahren weiter steigen.

          Denn das Jahressteuergesetz sieht einen Passus vor, wonach Immobilien bei Schenkungen und Erbschaften neu bewertet werden sollen. Damit kommt die Politik der Aufforderung der Richter des Bundesverfassungsgerichts nach. Diese hatten 2006 das damals geltende Erbschaftsteuergesetz für verfassungswidrig erklärt und verlangt, dass Immobilien bei Erbschaften und Schenkungen marktgerechter bewertet werden müssen – ihr Wert also dem tatsächlichen Verkehrswert entsprechen sollte (1 BVL 10/02). Bislang liegen die ermittelten Immobilienwerte bei Erbschaften und Schenkungen immer noch regelmäßig unterhalb der tatsächlichen Verkehrswerte. Das soll sich von 2023 an ändern. „Zielrichtung ist die Anpassung der steuerlichen Werte an das aktuelle – hohe – Immobilienmarktpreisniveau“, sagt Sibylle Barent, Leiterin Steuer- und Finanzpolitik bei Haus & Grund Deutschland.

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