https://www.faz.net/-hbv-82108

Die Vermögensfrage : Was soll einmal aus dem Haus werden?

  • -Aktualisiert am

Sonntagssüppchen: Deutschland entdeckt das Mehrgenerationenhaus. Bild: Caro / Blume

Ältere Menschen stehen oft vor der Frage, ob sie eine selbstgenutzte Immobilie verkaufen sollen. Die Lage am Kapitalmarkt ist wichtig für die Antwort. Die Vermögensfrage.

          5 Min.

          Wer kennt das nicht: Mitglieder der Generation 55 plus sitzen an einem Tag, an dem wieder ein weiteres Jahr auf der Lebensuhr erscheint, beim Kaffee zusammen und denken über die Zukunft nach. Nicht selten dreht sich das Gespräch um die Frage, wie das Wohnen im Alter aussehen soll. Im Zuge der steigenden Lebenserwartung ist dies in der Regel zwar noch kein Thema für Mittfünfziger, aber sehr wohl für Menschen jenseits der siebzig. Das Thema stellt sich vor allem dann, wenn ein selbstgenutztes Immobilieneigentum vorliegt, das auf eine Familie mit Kindern ausgelegt ist.

          Nach dem Auszug der Kinder gibt es möglicherweise mehr Platz als benötigt: Außerdem müssen das Haus und der Garten bewirtschaftet werden – angefangen von der Hausreinigung über die Gartenpflege bis zu Reparaturen und Renovierungen. Was sind die Alternativen? Das Haus oder die große Eigentumswohnung kann verkauft und dafür eine kleinere Eigentumswohnung erworben werden. Auch eine Mietwohnung kommt in Frage, ebenso wie der Einkauf in eine Seniorenwohnanlage.

          In der Regel ist das eine schwere Entscheidung. Sie hat wenigstens drei Seiten. Zunächst handelt es sich um eine ganz persönliche Entscheidung, die normalerweise mit einer Einschränkung von Freiheiten einhergeht, zum Beispiel bei der Haltung von Haustieren oder dem Spielen von Musikinstrumenten, wann immer man möchte. Und wenn man nicht selbst für Störgeräusche verantwortlich ist, sind es möglicherweise künftig in einer kleineren Wohnung Miteigentümer oder mit Mitmieter, die für eine Lärmbelästigung sorgen, auf die man gern verzichten würde. Je nachdem, wie dick das eigene Fell ist, wird man diesem psychologischen Faktor ein mehr oder minder starkes Gewicht beimessen (müssen).

          Eine zweite wesentliche Einflussgröße ist der aktuelle Gesundheitszustand. Sind Erkrankungen vorhanden, die erwarten lassen, dass man für die Hausbewirtschaftung in absehbarer Zukunft auf Dienstleister angewiesen ist, was mit zusätzlichen finanziellen Belastungen einhergeht? Ein besonders wichtiger Teilaspekt ist zudem das Thema einer möglicherweise notwendig werdenden Pflege.

          Und natürlich spielt bei vielen Menschen mit mittleren Einkommen und Vermögen das Geld eine wichtige Rolle für die Entscheidung. Wenn man die persönlichen, psychologischen und gesundheitlichen Faktoren einmal ausblendet und die Sache aus der Sicht eines Ehepaares in der Mitte der Sechziger rein wirtschaftlich betrachtet, stellt sich die Frage nach den Grundlagen, auf denen eine Entscheidung beruhen sollte. Hier empfiehlt sich eine strukturierte Vorgehensweise.

          An erster Stelle kommt es auf die Höhe der Rente und ihre Zusammensetzung an. Neben den (zumindest teilweise) inflationsgeschützten Renten aus der Sozialversicherung und Betriebspensionen können auch Einkünfte aus Mieten und Kapitalanlagen vorliegen. Gerade bei Kapitalerträgen muss angesichts der aktuellen Lage einkalkuliert werden, dass die Zinserträge noch längere Zeit niedrig bleiben könnten und höhere Erträge nur angesteuert werden können, wenn der Anleger bereit ist, auch höhere Risiken einzugehen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sicherheitszone in Syrien : Kramp-Karrenbauer auf Konfrontationskurs

          Die Verteidigungsministerin fordert eine internationale Schutzzone in Nordsyrien – und schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten dabei nicht aus. Damit irritiert sie die SPD und vor allem Außenminister Maas. Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten.

          Google Pixel 4 XL im Test : Unter dem Radar

          Google probiert im Pixel 4 einen neuen Sensor aus. Mit Hilfe von Radartechnologie lasst sich das Smartphone berührungslos steuern. Auch die Kamera überzeugt mit einer neuen Funktion.
          Armutszuwanderung: Der Versuch, Kinder von Migranten durch Kinderstuben und Auffangklassen besser zu integrieren, gelingt nicht immer. Es ist vor allem schwer, die Eltern einzubeziehen.

          Ein Lehrer berichtet : Integration durch die Schule?

          Anspruch und Wirklichkeit entlang des A-40-Äquators: In Duisburg sollen die Eltern von Einwandererfamilien stärker in den Bildungsprozess ihrer Kinder einbezogen werden. Funktioniert das? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.