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Die Vermögensfrage : Höchste Renditen versprechen Bildung und Sparsamkeit

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Bild: Kai

Die Hoffnung auf bessere Zeiten bei Geldanlagen aller Art ist trügerisch. Nachhaltiger Erfolg erfordert jedenfalls Disziplin und Strategie.

          Der Jahreswechsel ist die Zeit der Hoffnungen, Träume und Vorsätze. Das gilt auch für Geldanlagen aller Art. An Prognosen, was 2012 besser und schöner werden soll, mangelt es nicht, wie ein Blick in Zeitungen und Zeitschriften zeigt. Trotzdem bleiben sie unverbindliche Vorhersagen. Allen Unkenrufen zum Trotz weiß kein Mensch, wohin die Reise gehen wird, und mit dieser Ungewissheit werden die Anleger auch im nächsten Jahr leben müssen.

          Niemand kennt die Zukunft des Euro. Keiner kennt das Ende der Staatskrisen. Unbekannt sind die künftigen Preise für Aktien, Immobilien und Gold. Kurzum: Sicher ist nur die Unsicherheit. Wer dem Leben vertraut, wird sich über die Zukunft - auch über das Geld - weniger Sorgen machen. Wird das Vermögen breit gestreut und auf die Kosten geachtet, dann sind die wichtigsten Grundlagen geschaffen worden, um auch 2012 über die Runden zu kommen.

          Beim Geld brennen die Sicherungen durch

          Den älteren Privatleuten ist zu wünschen, ihren Wohlstand in vollen Zügen zu genießen. Leider ist das nur wenigen Senioren vergönnt. Die meisten Menschen, die zwischen 70 und 90 Jahre alt sind, haben große Angst um ihr Vermögen. Das ist eine Tragödie, weil Geldsorgen Menschen lähmen. Die älteren Anleger haben Kriege und Reformen überlebt. Sie haben liebe Menschen verloren. Mit diesen Ereignissen und Schicksalsschlägen sind die Leute fertig geworden. Nur beim Geld drohen wieder einmal die Sicherungen durchzubrennen. Ist es so schlimm, ein oder zwei Zehntel des Vermögens zu verlieren? Ist die Angst vor dem Schwund es wirklich wert, sich Tag und Nacht über das Geld zu grämen? Wohl dem, der sich über seelische Zwänge hinwegsetzen und das Leben nehmen kann, wie es ist. Es wird bergauf gehen, und es wird weitergehen.

          Das sollten sich jüngere Menschen ganz besonders zu Herzen nehmen. Wohlstand ist kein Geschenk des Himmels, Kapital entsteht nicht durch Zinsen und Zinseszinsen, Vermögen ist Ergebnis von Arbeit und Sparsamkeit. Vor diesem Hintergrund sollten junge Anleger einsehen, dass Bildung und Fleiß auf Dauer die besten Geldanlagen sind. Die Arbeitskraft ist für die meisten Menschen das mit Abstand größte Kapital. Leider wird dieser Schatz viel zu wenig gepflegt. Die Grundlage „ertragreicher“ Arbeit ist nicht irgendein „toller Job“, wie viele Menschen meinen, sondern Enthusiasmus für bestimmte Dinge und die Ausdauer, die Arbeit auch in schwierigen Zeiten ohne Murren zu erledigen. Aus diesem Grund kommt es schon bei der Wahl des Berufes darauf an, nicht bloß einer Mode zu folgen, sondern mit Begeisterung an die Sache zu gehen. Es ist wichtig, individuelle Neigungen zu erkennen, sich auf diese Fähigkeiten zu konzentrieren und zu versuchen, die Stärken zum Nutzen anderer Leute einzusetzen.

          Anlage in Bildung hat auf Dauer nur Vorteile

          Heikel wird die Geschichte, sobald Bildung Geld kostet. Wenn einzelne Politiker laut darüber nachdenken, an den Hochschulen moderate Studiengebühren einzuführen, gehen die Wogen hoch, weil Bildung zu einem Artikel verkommen ist, der nichts kosten darf. Warum eigentlich nicht? Jeder Handwerker investiert zunächst Arbeit und Zeit in die Lehre. Nach der Meisterprüfung muss er in vielen Fällen zusätzlich Geld aufnehmen, um einen Betrieb aufbauen zu können. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum Akademiker für ihre Bildung kein Geld aufwenden sollen. Natürlich ist es kein Honigschlecken, am Anfang des Studiums einen Kredit aufzunehmen und die Schulden nach dem Examen zurückzuzahlen, doch die Anlage in Bildung hat auf Dauer nur Vorteile.

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