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Die Vermögensfrage : Wohnen und Vorsorge gehören eng zusammen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Kai

Die Finanzierung des Eigenheims ist untrennbar verbunden mit der Vorsorge für den Ruhestand. Nur wer an den entscheidenden Punkten die richtige Wahl trifft, kann sich als Senior entspannt zurücklehnen.

          Die Finanzierung des Eigenheims ist wie jedes Finanzgeschäft ein Strategiespiel. Wer an den entscheidenden Punkten die richtige Wahl trifft, kommt mit begrenztem Aufwand ans Ziel. Umgekehrt muss teuer bezahlen, wer an den Knotenpunkten in die falsche Richtung abbiegt. Bei selbstgenutzten Häusern und Wohnungen zum Beispiel spielt die Frage, wie das Objekt finanziert werden soll, gar nicht die entscheidende Rolle, wie viele Privatleute meinen. Viel wichtiger ist die Entscheidung, wie der Aufbau des Vermögens mit Hilfe von Sparplänen gestaltet werden soll. Konkret geht es bei diesem Ansatz um die optimale Verwendung der monatlichen Gesamtrate für Wohnen und Vorsorge. Die Gedanken, die hinter diesem Konzept stecken, werden in folgendem Beispiel deutlich.

          Ein Ingenieur ist 35 Jahre alt. Er ist mit einer Steuerberaterin verheiratet, die zwei Jahre jünger ist. Das Ehepaar hat zwei Kinder, die fünf und drei Jahre alt sind. Die Eltern sind beide berufstätig und verdienen im Jahr knapp 100 000 Euro. Davon bleiben nach Abzug der Sozialabgaben und Steuern etwa 60 000 Euro übrig, so dass die Familie monatlich 5000 Euro ausgeben kann. Die Eltern haben in den letzten Jahren ungefähr 50 000 Euro angespart. Bei der Frage, ob Eigenheim oder Miete, schwankt die Familie. Sie interessiert sich zwar für ein Haus, das 350 000 Euro kosten soll und einen monatlichen Mietvorteil von 1200 Euro abwerfen würde. Doch ob sich die Geschichte lohnt, kann die Familie nicht sagen. Sie kann sich auch vorstellen, weiterhin zur Miete zu wohnen und die Überschüsse in einen ordentlichen Spartopf zu stecken.

          Das eigene Haus kann, das ist der entscheidende Punkt, eine Säule der Altersversorgung sein, es darf nicht der Eckpfeiler der Rente sein, weil er unter der Last zusammenbrechen würde. Im Ruhestand ist über das Haus hinaus Kapital notwendig, weil die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird. Wenn dieses Kapital nicht zur Verfügung steht, muss das Haus versilbert werden, und das ist allen Unkenrufen zum Trotz mit hohen Risiken verbunden. Folglich geht es beim Eigenheim also nicht allein um die Frage, wie finanziert werden soll. Es geht vielmehr um die Überlegung, wie Eigenheim und Vorsorge unter einen Hut gebracht werden.

          Im Detail sind zwei Aspekte wichtig: Wie hoch ist die höchstmögliche Monatsrate für Wohnen und Vorsorge, und wie wird dieses Kapital eingesetzt? Im vorliegenden Fall muss zuerst geklärt werden, wie viel Geld von dem monatlichen Nettoeinkommen (5000 Euro) für Wohnen und Vorsorge abgezweigt werden soll. Und dann geht es um die Frage, wie dieser Betrag in den nächsten 30 Jahren für Wohnen und Vorsorge eingesetzt wird. Soll das Kapital zum Beispiel in einer Kombination aus Miete und Sparvertrag eingesetzt werden? Wie viel dürfte das Haus kosten, wenn der Betrag in voller Höhe in einen Kredit fließt? Gibt es vernünftige Mischungen aus Wohnen und Vorsorge?

          Bei der Klärung der Frage, wie viel Geld für Wohnen und Vorsorge eingesetzt werden soll, gibt es weder richtige noch falsche Antworten. Das ist und bleibt Ansichtssache. Denkbar sind beispielsweise 50 Prozent, so dass monatlich 2500 Euro zur Verfügung stünden. Von diesem Betrag können 1500 Euro für das Wohnen und 1000 Euro für die Vorsorge reserviert werden.

          Wenn von 1500 Euro weitere 20 bis 25 Prozent abgezogen werden, kommt die Kaltmiete zum Vorschein. Die 1200 Euro im Monat erlauben - je nach Region und Lage - unterschiedlichste Objekte. In München sind für diesen Betrag vielleicht 80 Quadratmeter zu bekommen, in Magdeburg sind für denselben Preis leicht 150 Quadratmeter vorstellbar. So vielfältig die Angebote sind, die für denselben Preis zu bekommen sind, so eindeutig ist der Ratschlag, von diesem Budget nicht abzuweichen, da sonst das Kartenhaus zusammenbricht. Davon sind vor allem Privatleute im Süden betroffen. Wer die Gesamtrate für Wohnen und Vorsorge in die Miete steckt, steht im Alter mit leeren Händen da. Die Taschen werden leer sein: kein Haus, kein Kapital und keine Rente.

          Der Mieter muss weiter mit steigenden Ausgaben für sein Dach über dem Kopf rechnen. Daher wird die Rate für die Vorsorge von Jahr zu Jahr kleiner werden. Bei einer Inflation von 2 Prozent je Jahr ist damit zu rechnen, dass die Miete in ähnlichem Maße steigen oder die Vorsorge sinken wird. Folglich wird nur die erste Rate bei 1000 Euro liegen. Im letzten Jahr werden noch 563 Euro in den Spartopf fließen.

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