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Die Vermögensfrage : Warum offene Immobilienfonds sinnvoll sind

  • Aktualisiert am

Bild: Kai

Die aktuelle Diskussion um die offenen Immobilienfonds ist heiße Luft. Angst und Panik der Investoren verstellen den Blick auf die Vorzüge dieser Geldanlage.

          Die Diskussion über die Qualität offener Immobilien-fonds dürfte in den nächsten Tagen ihren Höhepunkt erreichen. Am kommenden Montag wird sich das Schicksal des Immobilien-fonds der SEB entscheiden, und am 18. Mai wird über die Zukunft des Immobilienfonds der Credit Suisse gerichtet. Die beiden Gesellschaften verwalten Immobilien im Wert von zwölf Milliarden Euro und verweigern seit zwei Jahren die Rücknahme der Anteile. Die weitere Aussetzung der Rückgabe ist in beiden Fällen nicht mehr möglich, so dass es jetzt um die Existenz der Gesellschaften geht. Bereits im Februar dieses Jahres hatte KanAm, ein weiteres Schwergewicht der Branche, die Auflösung seines Fonds beschlossen und angekündigt, bis zum 31. Dezember 2016 gewerbliche Immobilien im Wert von vier Milliarden Euro zu verkaufen.

          Die offenen Immobilienfonds sind seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise nicht aus den Schlagzeilen gekommen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die Qualität und die Verfügbarkeit der Produkte. Die Anlagen wurden über Jahrzehnte hinweg mit dem Hinweis verkauft, dass die Anteile werthaltig seien, und die Verkäufer warben in vielen Gesprächen mit dem Hinweis, dass die Anteile jeden Tag verkäuflich seien. Das war aber in der Regel gar nicht der Fall.

          Erstens unterliegen alle Immobilien, auch Fondsanteile, gewissen Preisschwankungen, und zweitens war die Verfügbarkeit nur gegeben, solange die Masse der Anleger ihre Anteile behielt. Mit dieser Ruhe ist es aber seit Monaten vorbei. Bei vielen Anlegern ist der Eindruck entstanden, dass offene Immobilienfonds in Wahrheit faule Gurken seien, und aus diesem Grund wollen sie ihre Anteile so bald wie möglich verkaufen. Die Haltung mag verständlich sein, doch ist die Unruhe fragwürdig, weil es zu soliden Immobilienfonds kaum Alternativen gibt. Das wird in folgendem Fall deutlich.

          Es hat sich nicht viel geändert

          Eine Frau ist 50 Jahre alt und hat von ihrem Vater 250.000 Euro geerbt. Das ist ein nettes Sümmchen, mit dem sich einiges anfangen lässt. Nur was das genau sein soll, weiß die Dame nicht. Damit befindet sie sich in bester Gesellschaft. Neun von zehn Anlegern sind, wenn sie plötzlich Geld in der Hand haben, mit dem Reichtum überfordert, und sie wissen überhaupt nicht, was sie damit machen sollen. Guter Rat in solchen Lebenslagen ist im besten Sinne des Wortes teuer.

          Wer mit dem Geld zur Bank geht, muss sich darauf einstellen, ordentlich zur Ader gelassen zu werden, weil es bei Banken keine Beratung, sondern vorrangig Dinge gibt, die der Bank nutzen. Darauf ist nach dem Ausbruch der Finanzkrise so oft hingewiesen worden, dass die Botschaft bis in den hintersten Winkel der Republik vorgedrungen sein sollte.Wer freilich genau hinschaut, wird bald merken, dass sich nicht viel geändert hat. Die Anleger sind ratlos, und die Banken sind dreist.

          Dabei ist die Geldanlage gar nicht schwer. Die Erbin muss nur drei Dinge beherzigen. Sie sollte sich notieren, wie viel Geld sie in naher Zukunft braucht. Der Betrag wird von der Viertelmillion gleich abgezogen. Dann geht es um die Aufteilung des restlichen Vermögens, und da kommen fünf Töpfe in Frage: Bargeld, Anleihen, Immobilien, Aktien und Rohstoffe. Wie viel Geld in welchen Topf fließt, hängt von der Sicherheit, der Rendite und der Verfügbarkeit ab, welche die Anlegerin anstrebt, doch mehr Töpfe gibt es nicht. Wenn dieser Plan steht, geht es um den kostengünstigen Einkauf und die preiswerte Verwaltung der benötigten Produkte. Das ist alles, mehr ist wirklich nicht notwendig.

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