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Die Vermögensfrage : Wahre Rentabilität von Sparplänen gibt der interne Zinsfuß an

          7 Min.

          Der interne Zinsfuß ist in der Fachwelt heftig umstritten. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Frage, was ein Anleger mit den Erträgen einer Geldanlage macht. Verbraucht er die Ausschüttungen oder legt er die Rückflüsse wieder an? Die schlichte Frage hat in den letzten Jahrzehnten unter Fachleuten zu erbitterten Diskussionen geführt, ob der effektive Jahreszins beim Vergleich von Geldanlagen die richtige Kennzahl ist. Der praktische Nährwert des akademischen Streites ist gering, weil es nicht nur Geldanleger, sondern auch Kreditnehmer gibt.

          Volker Looman
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Wer sich Geldanleger ansieht, wird schnell merken, dass auch diese Leute viele Gesichter haben. Da gibt es Menschen, die jeden Monat einen gewissen Betrag sparen. Dann gibt es Investoren, die einmalig Geld anlegen, um von den Erträgen zu leben. Und schließlich gibt es Anleger, die Kapital in eine Anlage stecken, die zum Verzehr des Vermögens führt. So unterschiedlich die Menschen sind, so verschieden sind die Fragen, und da gibt es eben nicht einen Kamm, über den alle Geschäfte geschoren werden können, und das ist auch gut so.

          Für die Bewertung von Darlehen ist der effektive Jahreszins hervorragend geeignet. Hier erhält der Kreditnehmer am Anfang einen gewissen Betrag auf die Hand, und in der Folge muss er Raten für Zins und Tilgung zahlen. Da gibt es nicht viel zu diskutieren. Der Zahlungsstrom ist einfach und klar, und wer wissen möchte, wie teuer die Geldaufnahme ist, wird zum internen Zinsfuß greifen. Das gilt auch für Sparer. Hier ist die Sachlage ebenfalls einfach und klar. Erst wird Geld auf die hohe Kante gelegt, dann kommen Geld und Zinsen zurück. Das heißt im Klartext, dass bei der Frage, wie hoch die Verzinsung ist, ebenfalls der effektive Jahreszins benutzt werden kann.

          Bild: F.A.Z.

          Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

          Das erste Beispiel ist der Sparplan einer Bank. Die Verträge sind ein Musterbeispiel, wie man einfache Dinge schwierig gestalten kann. Die Ausgangslage ist ganz harmlos. Ein Anleger möchte einmalig 20.000 Euro und drei Jahre monatlich 1.000 Euro auf die hohe Kante legen. Danach möchte er das Geld und die Zinsen abheben, um sich ein flottes Auto kaufen zu können. Die einfachste Lösung für diesen Wunsch wäre die Vereinbarung eines festen Zinssatzes von beispielsweise 2 Prozent pro Jahr. Warum aber einfach, wenn es auch kompliziert geht?

          Die Bank bietet dem Sparer laut Tabelle 1 im ersten Jahr einen Zinssatz von 1 Prozent. Im zweiten Jahr gibt es 2 Prozent. Und im dritten Jahr werden 3 Prozent angeboten. Damit ist die Liste der „Geschenke“ aber nicht zu Ende. Der Sparer erhält auch noch einen Bonus. Im ersten Jahr sind es 10 Prozent, im zweiten Jahr sind es 20 Prozent, und im dritten Jahr sind es 30 Prozent. Das sieht auf den ersten Blick nach viel Geld aus. Wer sich die Sache aber im Detail ansieht, wird schnell merken, dass die hohen Prozente in Wahrheit spärliche Kost sind, weil die Boni nicht auf die Raten, sondern auf die Zinsen gezahlt werden.

          Für die Berechnung sind einige Klimmzüge notwendig

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