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Die Vermögensfrage : Tod des Ernährers kann Familie in den Ruin stürzen

  • -Aktualisiert am

Bild: @cf

Risikolebensversicherungen sollten zum Grundstock der finanziellen Absicherung zählen - besonders wenn Kinder da sind. Doch viele Familien haben keine oder eine viel zu geringe Deckung vereinbart. Die Vermögensfrage.

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          Versicherungen sind unbeliebte Verträge. Zwar ist auf der einen Seite nach einem Unglück jede Entschädigung willkommen, doch auf der anderen Seite sind viele Menschen gar nicht bereit, in ausreichendem Maße vorzusorgen. Daher ist es kein Wunder, daß die finanzielle Absicherung gegen Risiken wie Invalidität und Tod in vielen Familien löchrig ist wie ein Schweizer Käse. Vor allem in Haushalten mit Kindern offenbaren sich - wie im folgenden Beispiel - riesige Lücken. Ein Ingenieur ist 40 Jahre alt und mit einer Ärztin verheiratet, die zwei Jahre jünger ist. Das Ehepaar hat drei Kinder, die zehn, acht und sechs Jahre alt sind. Die Akademiker teilen das Schicksal moderner Familien. Der Vater strebt in der Industrie nach Ansehen und Geld. Die Mutter versucht, Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bringen.

          Ein Blick in die erste Zeile der Tabelle zeigt, daß der Vater netto 60.000 Euro nach Hause bringt. Die Mutter kommt mit ihrem Teilzeitjob auf die Hälfte. Die Ausgaben der Familie summieren sich auf 79.000 Euro, so daß unter dem Strich etwa 11.000 Euro übrigbleiben. Die finanzielle Lage ist also trotz der hohen Einkommen nicht gerade rosig. Die Eltern haben drei Kinder, leben in einem Haus, müssen beide Geld verdienen und haben Schulden abzutragen. Hier darf nicht viel passieren, und die Gefahren der Familie heißen Scheidung, Arbeitslosigkeit, Invalidität und Tod.

          Die Kinder müssen die Suppe auslöffeln

          Trennung wäre der Anfang vom Ende. Bei Arbeitslosigkeit, Invalidität und Tod können Versicherungen einspringen und Geld bezahlen. Gegen abgekühlte Liebe ist aber kein Kraut gewachsen. Das ist eine Binsenweisheit, doch die hohen Scheidungsraten zeigen, daß die Ehe auf Zeit der Hauptgrund ist, warum ein Teil des Mittelstands verarmt. Die Väter stöhnen über die Alimente, die Mütter werden zwischen Beruf und Kindern aufgerieben, die Häuser kommen unter den Hammer, die Kinder müssen die Suppe auslöffeln, so daß unter dem Strich alle Beteiligten als Verlierer dastehen.

          Bild: FAZ.NET

          Invalidität und Tod bergen selbst in glücklichen Familien hohe Risiken, weil die Eltern in der Regel zu niedrig abgesichert sind. Im vorliegenden Fall werden die Hinterbliebenen zum Beispiel beim Tod eines Elternteils so geringe Renten erhalten, daß das Geld hinten und vorne nicht reichen wird.

          Ein Tropfen auf den heißen Stein

          Der Vater hat zwar vor Jahren eine Kapitalversicherung abgeschlossen, doch die darin enthaltene Todesfallsumme von 200.000 Euro wird im Ernstfall nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Sie sollte mehr als viermal so hoch sein, wie der grobe Finanzplan zeigt.

          Die Übersicht enthält zwölf Spalten und 25 Zeilen. Es mag ungewöhnlich sein, Hinterbliebene auf so lange Zeit abzusichern, doch die Eltern sollten sich im klaren darüber sein, daß Witwen und Witwer mit drei Kindern, Haus und Schulden auf dem Heiratsmarkt nicht gerade zu den Topmodellen zählen, so daß die Vorsorge ihre Berechtigung hat. Wie lange der Finanzplan ist, bleibt letztlich die Entscheidung der Anleger. Wichtig ist allein das Verständnis, wie das Problem mit wenigen Handgriffen lösbar ist.

          Grundlage sind die jährlichen Salden

          In der ersten Spalte des Finanzplans stehen die Jahre. Anschließend folgen die Nettoverdienste der Eltern. Dann kommen die wichtigsten Ausgaben: Auto, Haus, Kinderausbildung, Konsum, Kredite und Urlaub. Die Verrechnung der zehn Spalten führen zum Saldo, dem jährlichen Überschuß oder Fehlbetrag. In den Einkommen und im Konsum sind jährliche Steigerungen von jeweils 2 Prozent enthalten; konstant bleiben lediglich die Raten für Zins und Tilgung der Hausschulden.

          Grundlage der Versicherungen sind die jährlichen Salden, welche die Hinterbliebenen benötigten, um nach dem Tod des Vaters oder der Mutter finanziell über die Runden zu kommen.

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