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Die Vermögensfrage : Sie trauen sich nicht, Vermögen zu verbrauchen

  • -Aktualisiert am

Unbeschwertes Alter Bild: Getty Images

Ältere Menschen haben oft Angst, im Ruhestand Vermögen aufzubrauchen. Dabei sind sie meist reicher als sie glauben. Viele vergessen, ihr Eigenheim zu berücksichtigen.

          Die finanzielle Gestaltung des Ruhestandes ist für viele Privatleute mit zahlreichen Fragen und Überlegungen verbunden. Wie hoch wird die Rente sein? Wie sieht es mit den Sozialabgaben und Steuern aus? Wie teuer ist die Lebenshaltung? Welche Versicherungen sind notwendig, und welche Policen sind überflüssig und können aufgelöst werden? Auf jede Frage wird sich nach genauer Analyse eine Antwort finden. Die größte Herausforderung ist aber die Fähigkeit, vor lauter Bäumen den Wald zu sehen. Wie sieht die „richtige“ Altersversorgung aus für ein Ehepaar, das Mitte 60 ist und sich zur Ruhe setzen will?

          Der finanzielle „Umbruch“ ist für viele Leute mit Ängsten und Sorgen verbunden. Sie sind in zahlreichen Fällen aber überflüssig wie der berühmte Kropf. Den meisten Menschen geht es viel besser als ihnen bewusst ist. Das wissen natürlich auch Banken und Versicherungen, und sie versuchen - das ist ihr gutes Recht - aus dieser Situation ihr Kapital zu ziehen. Die Bemühungen der Institute um die Senioren ist für die Betroffenen die mit Abstand größte Gefahr, weil das Risiko besteht, trotz Protokollen und Produktblättern „falsche“ Verträge abzuschließen. Vor diesem Hintergrund lautet das erste Gebot beim Umgang mit Geld im Alter: Vorsicht vor Beratern und Vermittlern aller Arten und Orte! Sonst ist die Gefahr groß, dass das Geld in dunklen Kanälen verschwindet, und das können sich die wenigsten Senioren leisten. So reich sind sie nun wieder auch nicht.

          Was soll aus den Aktien werden?

          Ein Paar ist einmal 130 Jahre alt, und die Glieder sind zweimal 65 Jahre jung. Nun soll es in den Ruhestand gehen. Daraus wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Unruhestand werden. Die Eheleute sind gesund und munter. Sie haben zwei Kinder und fünf Enkel. Hinzu kommt ein großer Freundeskreis. Und das Ehepaar will sich, wie das in diesen Kreisen üblich ist, noch den einen oder anderen Wunsch erfüllen. Dagegen ist auch nichts zu sagen, außer dem Hinweis, die Dinge nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern sie so bald wie möglich anzupacken, weil das irdische Leben endlich ist.

          Das Vermögen besteht - über den dicken Daumen betrachtet - aus zehn Posten. Es beginnt mit dem Festgeldkonto, auf dem 20.000 Euro liegen. Im Depot der Hausbank ruhen Bundesschätze im Wert von 60.000 Euro. Hinzu kommt ein Sparbrief der Hausbank, der in Kürze fällig werden und rund 50.000 Euro bringen wird. Die beiden Kapitalversicherungen sind in den letzten Tagen ausbezahlt worden und haben 150.000 Euro auf das Konto gespült. Das Eigenheim, bestehend aus einem wertvollen Grundstück und einem wertlosen Gebäude, könnte zur Zeit für rund 300.000 Euro verkauft werden. Das steht im Moment freilich überhaupt nicht zur Diskussion.

          Statt dessen stellt sich die Frage, was aus den Aktien werden soll. Da gibt es im Depot der Hausbank verschiedene Titel im Wert von 50.000 Euro. Bei der Konkurrenz liegen in Investmentfonds weitere Aktien mit einem Kurswert von 200.000 Euro, Abgerundet wird das Vermögen durch drei Renten. Die gesetzlichen Monatsrenten der beiden Ehepartner betragen insgesamt 3000 Euro, und die betriebliche Monatsrente des Mannes liegt bei 1000 Euro.

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