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Die Vermögensfrage : Schuldentilgung und Sparverträge passen nicht zusammen

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Bild: Kai

Der optimale Aufbau der Altersvorsorge besteht aus einzelnen Abschnitten, die hintereinander liegen und nicht parallel verlaufen.

          Akademiker mögen in ihren Berufen wahre Könner sein, doch beim Umgang mit Geld hapert es in vielen Fällen bei der Einsicht, welche Verträge in bestimmten Lebenslagen notwendig oder sinnvoll sind. Dadurch kommt es bei den Geschäften über Geldanlagen, Krediten und Versicherungen häufig zu Pannen. Wenn die Anleger zu gegebener Zeit merken, was passiert ist, ist das Geschrei groß. Schuldig sind die Banken, verantwortlich ist der Staat, sündig sind die Versicherungen, nur sich selbst klammern Privatleute in der Regel aus. Doch damit machen sie es sich zu einfach. Wer beim Geld nicht auf der Hut ist, setzt sich eben der Gefahr aus, beim Verlassen einer Bank um einige Euro ärmer zu sein, und wer nicht erkennt, was überflüssig ist, wird nach dem Abzug eines Versicherungsvertreters um einige Verträge reicher sein. Die Folgen sind in folgendem Beispiel zu besichtigen.

          Ein promovierter Biologe ist 40 Jahre alt und arbeitet in der Forschung. Der Mann ist zum Leidwesen seiner Frau nicht von der schnellen Truppe. Das Studium zog sich in die Länge, und die ersten Jahre im Berufsleben waren auch nicht gerade von Dynamik geprägt. Daher hat die Frau ihren Beruf nicht an den Nagel gehängt. Sie ist Steuerberaterin und arbeitet in der Industrie. Das Paar hat zwei Kinder im Alter von fünf und drei Jahren. Der Mann bekommt 5000 Euro pro Monat, und die Frau verdient 4000 Euro pro Monat. Von den beiden Verdiensten bleiben nach Abzug der Sozialabgaben und Steuern etwa 4300 Euro übrig, und das Geld fließt jeden Monat in Konsum und Vermögensaufbau.

          Das Gebot heißt Schuldentilgung

          Der größte Posten ist die Miete. Sie beträgt einschließlich Nebenkosten etwa 1200 Euro. In ähnlicher Höhe bewegen sich die Ausgaben für Essen, Trinken und Kleidung. Das Auto verschlingt, wenn nicht nur Benzin und Sommerreifen, sondern alle Aufwendungen berücksichtigt werden, wenigstens 400 Euro, und die Urlaube und Wochenenden kosten gut 500 Euro. Damit liegt die Sparfähigkeit bei ungefähr 1000 Euro pro Monat. Vor diesem Hintergrund sind die 100 000 Euro, die auf den Konten des Ehepaars liegen, ein kleines Wunder. Bei genauem Hinsehen offenbart sich freilich, dass ein Teil des Geldes von den Eltern stammt, die den Nachwuchs immer mal wieder mit warmer Hand bedacht haben.

          Angelegt wurde das Geld in Investmentfonds und Kapitalversicherungen, und was die Akademiker zu diesem Schritt bewegt hat, ist nur schwer nachvollziehbar. Erstens besteht das Vermögen zu 60 Prozent aus Aktien, und da gab es in der Vergangenheit heftige Verwerfungen. Zweitens kostete der Einstieg jeweils 5 Prozent des Vermögens, und die Verwaltungsgebühren liegen heute bei 2 Prozent pro Jahr.

          Bei diesen Anlagen sind die Überlegungen, die zurzeit in dem Haushalt angestellt werden, keine Überraschung mehr. Sollen jetzt Riesterverträge abgeschlossen werden? Wie sieht es mit weiteren Versicherungen aus? Was ist vom Bausparen zu halten? Wie steht es um die Basisrente? Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, die einzelnen Produkte sind solide Verträge. Doch sie passen - und das ist der Knackpunkt der Geschichte - hinten und vorne nicht in das Leben der vierköpfigen Familie. Das Gebot der Stunde heißt nicht Altersvorsorge, sondern Risikoabsicherung und Eigenheimfinanzierung.

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