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Die Vermögensfrage : Transparent und kostengünstig sparen

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Heilkräuter aus Fernost: Mit Indexfonds lässt sich auch in Unternehmen aus China investieren, die Produkte der traditionellen chinesischen Medizin herstellen. Bild: Picture-Alliance

Börsengehandelte Indexfonds, die so genannten ETF, gibt es auch für Sparpläne. Mit ihnen spart sich besser als mit gemanagten Fonds oder Lebensversicherungen.

          Was haben ein Sparplan mit Unifonds-Anteilen und eine Lebensversicherung von der R+V gemeinsam? Sie wurden und werden gerne in den Genossenschaftsbanken verkauft. Und sonst? Sie sind die Sparform der Väter und Großväter. Noch eine Gemeinsamkeit? Sie sind zu teuer.

          Langfristiges und regelmäßiges Sparen geht heute besser, vor allem preiswerter. Mit Sparplänen auf der Basis von Exchange Traded Funds (ETF). Die klingen zwar bedrohlich nach Zertifikaten und anderen modischen Wertpapieren, haben in einigen Varianten auch ein bisschen damit zu tun, sind aber meist kreuzbrave Fondsanteile, die nichts anderes tun, als irgendwelche Indizes dieser Welt nachzubilden.

          Richtig gut sind die wenigsten Fondsmanager

          Genau deshalb sind sie risikoärmer und sehr viel preiswerter als all die vielen verwalteten Fonds, die in den Banken und Sparkassen so gerne verkauft werden. Und in ihren Sparplan-Varianten schlagen sie die traditionellen Lebensversicherungen gleich mehrfach: Sie sind nicht nur viel preiswerter sondern auch noch deutlich flexibler und richtig transparent. Wer weiß schon, was seine Lebensversicherung heute wert ist? Und wer kann bei ihr mal eben 30.000 Euro abholen, um das Dach des Hauses richtig zu dämmen? Mit ETF-Sparplänen geht das fast so einfach wie mit dem Girokonto.

          Doch der Reihe nach: Spätestens seit der Finanzkrise wissen die Anleger dieser Welt, dass ihre Fondsmanager wirklich nur mit Wasser kochen. So richtig gut sind nur die allerwenigsten von ihnen und das auch nicht dauerhaft. In der Regel schaffen es die Fondsmanager eben nicht, dauerhaft die Marktindizes zu schlagen. Wofür soll man sie dann bezahlen? Fonds, die einfach nur hingehen und bestimmte Marktindizes nachbilden, haben keine teuren Manager, kosten im Vertrieb und in der Verwaltung längst nicht so viel wie ihre gemanagten Vetter und sind deshalb unter dem Strich rentabler.

          Die Unterschiede sind gewaltig, weil sich Kostenvorteile von 2 Prozent im Jahr über ein Sparerleben bei der Auszahlung zu Unterschieden von 30 Prozent auftürmen: Statt 180.000 Euro gibt es nach 30 Sparerjahren dann eben nur 130.000 Euro. Das alles wissen institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen schon lange. Deshalb kaufen sie für sich Indexfonds. Auch diejenigen, die ansonsten mit großen Worten und treuem Augenaufschlag sehr gerne gemangte Fonds verkaufen lassen.

          „Passiv gemanagte“ Fonds

          Was sind ETF? ETF steht für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. Zwar werden viele Fonds an den Börsen gehandelt, als ETF werden aber nur börsengehandelte Indexfonds bezeichnet. Das sind die Fonds, die einfach nur einen bestimmten Börsenindex, zum Beispiel den deutschen Dax, den Euro-Aktienindex Euro Stoxx 50 oder den amerikanischen S&P 500 abbilden und auf jede Art von besonderen Entscheidungen verzichten. Die Branche spricht – sprachlich etwas verdreht – von „passiv gemanagten“ Fonds.

          Diese Fonds werden jederzeit zu ihrem fairen Wert an Börsen gehandelt und sind sehr transparent. Es gab da zwar am 24. August vergangenen Jahres mit den fairen Werten in den Vereinigten Staaten einen Aussetzer, der gilt inzwischen aber als einmalig und erledigt. Vor allem aber sind diese Fonds sehr kostengünstig. Jede Fondsübersicht verdeutlicht schnell: Gemanagte Fonds berechnen ihren Anlegern um die 2 Prozent jährlich, Indexfonds um die 0,30 Prozent. Und Ausgabeaufschläge von 5 Prozent habe die Indexfonds auch nicht. Bei ihnen fallen die Gebühren beim Kauf deutlich niedriger aus.

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