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Die Vermögensfrage : Kapitalversicherung ist oft besser als ihr Ruf

  • -Aktualisiert am

Ein Antrag, der sich lohnen kann Bild: Ulrich Baumgarten / vario images

Lebensversicherungen sind beliebt – und das nicht zu Unrecht. Die meisten Sparer haben kaum Alternativen, weil die Zinsen für andere Sparverträge ebenfalls im Keller sind. Wann sich die Kündigung der Police lohnt.

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          Die Bundesregierung hat Mitte dieser Woche den „Gesetzentwurf zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte“ verabschiedet. Der Vorschlag wird in den kommenden Wochen im Bundestag und im Bundesrat beraten und soll nach dem Willen der Regierung am 1. Januar 2015 in Kraft treten. Im Mittelpunkt des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) stehen drei Punkte. Der Garantiezins für neue Kapitalpolicen soll um 50 Basispunkte auf 1,25 Prozent gesenkt werden. Die Abschlusskosten sollen um ein Drittel auf 25 Promille der Prämiensumme reduziert werden. Versicherte sollen bei der vorzeitigen Kündigung ihrer Policen auf einen Teil der Bewertungsreserven verzichten.

          Die Reform der Kapitalversicherung und der Beschluss der europäischen Zentralbank vom letzten Donnerstag, den Leitzins auf 0,15 Prozent und den Einlagenzins für Banken auf minus 0,1 Prozent zu senken, sorgt bei vielen Besitzern von Kapitalversicherungen für heftige Unruhe. Sie haben die Sorge, dass die Ablaufleistungen ihrer Verträge in Zukunft weiter sinken werden. Folglich ist es kein Wunder, dass die Frage der Stunde lautet: Was soll mit meiner Lebensversicherung geschehen? Sollen die Prämien weiter bezahlt werden? Soll die Police stillgelegt werden? Soll der Vertrag gekündigt werden? Die richtige Antwort, das liegt in der Natur der Sache, hängt vom Einzelfall ab, weil die meisten Policen heikle Zwitter aus Geldanlage und Versicherung sind. Die Verträge wurden abgeschlossen, um die finanziellen Folgen bei Invalidität und Tod zu mildern, sie werden zur Tilgung von Krediten verwendet, und die Ablaufleistungen sollen die Renten aufbessern. Bei nüchterner Betrachtung der Dinge gibt es zwei Gesichtspunkte, sich von Versicherungen zu trennen. Das sind auf der einen Seite finanzielle Engpässe, und das sind auf der anderen Seite wirtschaftliche Überlegungen, ob das Kapital in anderen Verträgen besser angelegt ist. Die unterschiedlichen Lebenslagen werden in vier Beispielen deutlich.

          Risikolebensversicherungen für junge Familien

          Versicherungen sind in erster Linie der Versuch, Hinterbliebenen das Leben zu erleichtern, wenn der Ernährer gestorben ist. Dieser Aspekt geht in der zum Teil hitzigen Debatte über den Sinn und Unsinn von Versicherungen völlig unter. Wenn die Versorgung der Angehörigen im Vordergrund steht, müssen die Kapitalpolicen ganz schnell auf den Prüfstand. In den meisten Fällen wird sich herausstellen, dass von Absicherung kaum die Rede sein kann. Vor allem in Familien wird die Analyse mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Empfehlung hinauslaufen, junge Kapitalversicherungen zu kündigen und zuerst einmal für die richtige Absicherung der Angehörigen zu sorgen.

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