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Die Vermögensfrage : Einfach ein Depot eröffnen

Die Entscheidung, welche Wertpapiere letztlich ins Depot des Anlegers wandern, kann ihm indes niemand abnehmen. Als Trost für diejenigen, die meinen, sie müssten die Finanzmärkte bis in die letzte Verästelung durchdrungen haben, bevor sie sich an den Markt wagen, sei gesagt: Dann wäre die Börse leer. Alle fischen im Trüben, denn niemand kennt die Zukunft. Mit dieser Unsicherheit muss der Mensch leben wie der Anleger auch.

Privat geschätzte Marken sollten ins Depot wandern

Die angezeigten Kurse sind zudem die einzige Wahrheit der Märkte. Genau so viel sind die Unternehmen, Anleihen oder Rohstoffe wert. Wer das für übertrieben hält, sollte auf fallende Notierungen setzen, wem das günstig vorkommt, auf steigende. Der Anleger muss sich zudem von seinem Gefühl leiten lassen, welche Geschäftsmodelle er für zukunftsträchtig hält und welche nicht. Ein Blick in das eigene Konsumverhalten und das der Freunde, Verwandten und Kollegen kann ein guter Indikator sein, welche Produkte am Markt ankommen. Marken, die privat geschätzt werden, sollten auch Einzug ins Depot erhalten.

Eine Coca-Cola-Aktie ist seit Jahrzehnten eine ziemlich solide Geldanlage und einer der Garanten für den Aufstieg Warren Buffetts zu einem der reichsten Menschen der Welt. Er ist immer dem Grundsatz gefolgt, nur Aktien von Unternehmen zu kaufen, deren Geschäftsmodell er versteht. Das scheint kein schlechter Ansatz. Unter Privatanlegern hierzulande sind womöglich aus ähnlichen Motiven die Aktien von Daimler oder BMW besonders beliebt, unter den Auslandswerten liegt Apple vorne. Alles keine schlechten Anlageentscheidungen.

Dem Einwand, man habe von all den Dingen doch gar keine Ahnung, kann die vielstrapazierte Anekdote von dem Affen mit seinen Dartpfeilen entgegnet werden. Der hat die Pfeile auf den Kursteil einer Zeitung geworfen und die getroffenen Aktien gekauft. Das Ergebnis war besser als das von Fondsmanagern. Die kochen wie alle Anleger auch nur mit Wasser, lassen sich dafür aber gut bezahlen. Das soll nicht heißen, dass sie per se schlechte Arbeit machen, doch jeder Anleger sollte sich überlegen, ob ihm die Sache 5 Prozent Ausgabeaufschlag (bei Online-Depots meist weniger) und 1,5 Prozent Gebühr im Jahr wert ist. Indexfonds (ETFs) sind deutlich günstiger. Sie können wie Aktien einfach und schnell gehandelt werden.

Aktien-Kauf ist keine blinde Zockerei

Zumindest in einer Hinsicht sollten sich Anleger die Fonds zum Vorbild nehmen: Sie streuen ihr Vermögen über viele Einzeltitel. Wer also einen nennenswerten Teil seines Vermögens in Wertpapieren anlegt, sollte über die nötige Streuung nachdenken, um Risiken zu reduzieren. Zwar ist die über Jahrzehnte gute Rendite an den Aktienmärkten das stärkste Argument für die Geldanlage in Aktien. Doch gelten die etwa 8 Prozent Rendite im Jahr nicht für alle Titel, sondern bilden einen Durchschnitt. Sie gelten auch nicht für jedes Jahr.

Es gibt bessere und schlechtere Aktienjahre. Jahre, die insgesamt ein Minus einbrachten, sind selten. Nur 2000 bis 2002 folgten drei Verlustjahre aufeinander. Da sind mitunter starke Nerven gefragt. Die Auswahl von Aktien ist auch keine blinde Zockerei. Es ist die Miteigentümerschaft an realen Unternehmen mit dem Recht, auf Hauptversammlungen zu sprechen und über die Geschicke des Unternehmens abzustimmen sowie an den Gewinnen aus der Geschäftstätigkeit beteiligt zu werden.

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