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Die Vermögensfrage : Die vier Wege der Altersvorsorge

Von der Bank auf die Bank: Nur wer in jungen Jahren spart, kann das Alter finanziell sorgenfrei genießen Bild: dpa

Wer im Alter nicht von Schwarzbrot und Mineralwasser leben möchte, muss früh sparen. Hier sind die vier wichtigsten Spar-Programme für die eigene Altersvorsorge.

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          Die Altersvorsorge ist in vielen Haushalten eine Sammlung verschiedener Geldanlagen. Hier ein bisschen Staatsrente, da eine kleine Riester-Rente, obendrein ein wenig Versicherung. Das ist besser als nichts, doch die Maßnahmen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie im Ruhestand bestenfalls für Schwarzbrot und Mineralwasser reichen werden. Wer mehr will, muss mehr auf die Seite legen, und zwar beizeiten. Mit dem Willen zum Sparen allein ist es freilich nicht getan, sondern es kommt auch darauf an, das richtige Maß zu finden und den richtigen Weg einzuschlagen.

          Volker Looman
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Wer heute Mitte bis Ende 40 ist, noch 20 Jahre arbeiten wird und die monatliche Rente um 1000 Euro aufstocken will, muss sich an große Zahlen gewöhnen. Das liegt in erster Linie an der Geldentwertung und der Rentendauer. Falls die Inflation das Kapital jedes Jahr um 2 Prozent zerstört, wird der Wert von 1000 Euro im Verlauf der nächsten 20 Jahre auf 673 Euro sinken. Umgekehrt müssen 1000 Euro auf 1486 Euro steigen, um ihren alten Wert zu behalten. Sollen die Bezüge im Alter insgesamt 20 Jahre fließen, weil der Anleger gerne 85 bis 90 Jahre alt werden will, müssen bis zum Beginn des Ruhestandes rund 325.000 Euro auf die Seite gebracht werden. Dahinter verbergen sich vier Annahmen. Erstens: Der Zinssatz für die Anlage der 325.000 Euro beträgt 3 Prozent vor Steuern. Zweitens: Die erste Rente beträgt 1500 Euro. Drittens: Die Bezüge steigen jedes Jahr um 2 Prozent. Viertens: Nach den 240 Entnahmen ist der Topf leer.

          Zinsen spielen untergeordnete Rolle

          Wer in der glücklichen Lage ist, sich 325.000 Euro vom Mund abzusparen, sollte bedenken, dass nur Sparverträge in Betracht kommen. Noch wichtiger ist freilich die Erkenntnis, dass nicht der Zins, sondern die Disziplin des Anlegers der wunde Punkt ist. Es gibt viele Analysen über das Verhalten privater Anleger, und jedes Mal, wenn es ums langfristige Sparen geht, kommt derselbe Befund heraus. Es fehlt nicht am Willen, etwas fürs Alter zu tun, sondern es mangelt an der Disziplin, die Sparverträge über Jahrzehnte durchzuhalten.

          Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Besitzer fremdfinanzierter Immobilien im Alter „reicher“ sind als Investoren, die ihr Geld in freie Anlagen gesteckt haben. Der anhaltende Druck, die Immobilien entschulden zu müssen, sorgt im Laufe der Zeit für kleine Vermögen. Aus dieser Erkenntnis hat der Staat vor vielen Jahren gewisse Lehren gezogen. Er fördert in erster Linie alle Spar- und Rentenverträge, welche die Pflicht zum Sparen und den Zwang zur Verrentung enthalten. Trotz der staatlichen Anreize wachsen die Bäume aber nicht in den Himmel. Die Renditen für „sichere“ Geldanlagen bewegen sich zurzeit zwischen 2 und 3 Prozent vor Steuern, und es sind keine Anzeichen erkennbar, dass sich daran in Zukunft viel ändern wird. Folglich wird die private Altersvorsorge zum Tauschgeschäft: Was in naher Zukunft auf die Seite gelegt wird, wird in ferner Zukunft verzehrt, Zinsen spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

          Die aufgeschobene Leibrente

          Der bekannteste Spar- und Rentenvertrag dürfte die aufgeschobene Leibrente sein. Hier wird zunächst Geld angespart, danach wird das Kapital bis zum Lebensende verrentet. Wenn im Laufe von 20 Jahren zum Beispiel rund 325.000 Euro angesammelt werden sollen, sind bei einem Zinssatz von 3 Prozent monatlich 990 Euro notwendig, um das Ziel zu erreichen. Die Erträge der Leibrente bleiben in der Sparphase steuerfrei, wenn das Geld anschließend verrentet wird. Sollte das Guthaben vor dem Beginn des Ruhestandes auf einen Schlag vom Konto abgehoben werden, fordert das Finanzamt hohen Tribut. Wird der Vertrag vor dem 60. Geburtstag aufgelöst, muss auf die Zinsen die Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent bezahlt werden, und wenn die Police nach dem 60. Geburtstag zur Auszahlung kommt und nicht verrentet wird, muss die Hälfte der Zinsen der persönlichen Besteuerung unterworfen werden.

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