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Die Vermögensfrage : Die Berufsunfähigkeit drängt mehr als die Rente

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Bild: KAI

Der Aufbau des Vermögens beginnt nicht mit dem Sparen. Sondern mit der Gefahrenabwehr. Aber eine umfassende Sicherung gegen Berufsunfähigkeit ist teuer.

          6 Min.

          Altersvorsorge bedeutet Konsumverzicht und Sparen. Die Erkenntnis ist zwar ein alter Hut, doch an den Rücklagen führt kein Weg vorbei. Folglich ist es kein Wunder, dass Privatleute zu gegebener Zeit „reif“ sind für den Abschluss eines Aktiensparplanes, einer Basisrente, einer Kapitalpolice, einer Rentenversicherung oder eines Riestervertrages sind. So ehrenwert diese Vorhaben im Einzelfall sind, so heikel ist freilich in allen Fällen, dass der zweite Schritt vor dem ersten Schritt unternommen wird.

          Was passiert eigentlich, wenn der Anleger berufsunfähig wird, vielleicht sogar überhaupt nicht mehr arbeiten kann? Dann brechen die Deiche, um es in aller Deutlichkeit zu sagen, und die Altersversorgung gerät in Not. Folglich beginnt der Aufbau des Vermögens, und das ist vielen Menschen nicht richtig bewusst, nicht mit dem Sparen von Geld, sondern mit der Abwehr der Gefahren, in diesem Fall den finanziellen Folgen der Invalidität.

          Die Absicherung der Arbeitskraft gegen Invalidität leuchtet vielen Menschen ein, doch wenn der Einsicht auch Taten folgen sollen, gehen in den meisten Haushalten die Lichter aus. Für den Unwillen, die finanziellen Folgen der Invalidität mit Hilfe privater Policen zu lindern, gibt es zahlreiche Gründe. Auf der einen Seite wird das Risiko nach Möglichkeit aus dem Bewusstsein verdrängt, und auf der anderen Seite ist vielen Leuten, vor allem Menschen, die zwischen 30 und 40 Jahre alt sind, der finanzielle Aufwand zu hoch.

          Pflichtprogramm für alle Berufseinsteiger

          In späteren Jahren steigt zwar die Einsicht, dass es sinnvoll ist, sich gegen Invalidität abzusichern, doch wer über 40 Jahre alt ist, muss bereits so hohe Prämien bezahlen, dass die Absicherung wirklich zur Belastung wird, und nach dem 50. Geburtstag hat sich die Sache in vielen Fällen von selbst erledigt, weil keine Absicherung mehr zu erhalten ist. Daher gehört die Vorsorge gegen die Invalidität für alle Berufseinsteiger zum Pflichtprogramm, weil nur in diese Zeit hoher Schutz zu moderaten Preisen erhältlich ist.

          Die Rundumversorgung ist trotzdem mit Aufwand verbunden, weil zwei Versicherungen nötig sind. Erstens ist eine Rente erforderlich, die im Notfall sofort zahlt, und zweitens ist eine Rente nötig, die im Alter fließt, weil die Invalidenrente höchstens bis zum 67. Lebensjahr überwiesen wird. Falls die zweite Police also übersehen oder verdrängt wird, droht im Alter finanzielle Armut, weil kein Geld mehr bezahlt wird. Dafür sind Aufwendungen notwendig, die schnell in die Hunderte je Monat gehen, wenn der Vertrag im Alter von 30 bis 35 Jahren abgeschlossen wird, und das ist selbst für junge Spitzenverdiener viel Geld.

          Wer bereit ist, die Beträge auf den Tisch zu legen, kann in der Regel drei Wege einschlagen. Man kann eine klassische Kapitalversicherung mit Beitragsbefreiung und Rente bei Berufsunfähigkeit abschließen. Alternativ ist die Vereinbarung einer Basisrente mit denselben Zusätzen denkbar. Genauso kommt die Mischung beider Systeme in Betracht. Besonders groß ist die Verlockung, das zweite Paket zu wählen, weil die Prämien als Sonderausgaben absetzbar sind und die Steuerbelastung senken, doch das Modell ist mit Nachteilen verbunden, sofern die Berufsunfähigkeit tatsächlich eines Tages eintritt. Hier gilt die Regel: Je früher der Anleger berufsunfähig wird, desto nachteiliger ist die Basisrente.

          Grundlage jeder Berufsunfähigkeitsrente ist der aktuelle Nettolohn

          Grundlage jeder Rente bei Berufsunfähigkeit ist der aktuelle Nettolohn. Davon können bis zu 90 Prozent versichert werden. Wer zum Beispiel brutto 4.000 Euro verdient, ledig ist, keine Kinder hat und keine Kirchensteuer zahlt, bringt netto 2.390 Euro nach Hause. Der Schwund von 40 Prozent des Bruttoeinkommens fließt in sechs Töpfe: 757 Euro an die Staatskasse, 42 Euro in den Solidaritätskasse, 323 Euro in die Krankenversicherung, 50 Euro in die Pflegeversicherung, 378 Euro in die Rentenkasse und 60 Euro in die Arbeitslosenversicherung. Das hat zur Folge, dass der Anleger eine Berufsunfähigkeitsrente von höchstens 2.151 Euro abschließen kann.

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