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Die Vermögensfrage : Das Erbe vor Vaters neuer Partnerin schützen

Der Gedanke ein Testament zu verfassen ruft wohl bei vielen kein Entzücken hervor – doch hilft den Hinterbliebenen. Bild: dpa

Witwer sind anscheinend anfällig dafür, aus Angst vor dem Verlassenwerden die zweite Ehefrau zur Alleinerbin einzusetzen – Kindern aus erster Ehe schadet das oft. Ein gemeinschaftliches Testament mit der ersten Ehefrau kann helfen.

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          Das Leben ist vielfältig und kennt manche überraschende Wendung. Die einen wissen das aus den persönlichen Erzählungen von Freunden, die anderen aus den Klatschblättern oder dem Fernsehen von Prominenten. Dass aber auch für sie selbst nicht alles glatt im Leben laufen wird, verdrängen wohl die meisten. So können oder wollen sich vor allem viele Männer – gerade wenn sie älter sind als ihre Frauen – nicht vorstellen, dass ihre Partnerinnen vor ihnen versterben. Passiert das dann doch, halten viele die Einsamkeit nicht lange aus und suchen sich eine nicht selten deutlich jüngere Partnerin. Für die Kinder aus erster Ehe ist das eine Gefahr: „Lernt das überlebende Elternteil einen neuen Partner kennen, führt das nicht selten zu einer Entfremdung von den Kindern und am Ende zur Enterbung“, weiß Barbara Brauck, Rechtsanwältin der Kanzlei Brauck-Hunger in Geisenheim.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zu der auf Erbrecht und Vermögensnachfolge spezialisierten Anwältin kommen viele Eheleute, die diese Frage umtreibt: Was passiert nach dem Tod eines Ehepartners mit dem gemeinsamen Vermögen, falls anschließend der andere wieder heiratet? Kann man frühzeitig sicherstellen, dass das Familienvermögen nach dem Tod des zweiten Ehepartners an die gemeinsamen Kinder weitergegeben wird und nicht bei einem neuem Partner und anschließend bei dessen Kindern landet? Brauck erzählt, viele ihrer Mandanten treibe das Schicksal des verstorbenen Bundeskanzlers Helmut Kohl zu ihr, der seine 34 Jahre jüngere Partnerin Maike Kohl-Richter kurz nach einem schweren Sturz heiratete und nach Darstellung vieler Medien von dieser anschließend angeblich „fremdgesteuert“ wurde. Es ist fraglich, ob das so stimmt, aber wohl unbestritten ist, dass Kohls Verhältnis zu seinen Söhnen aus erster Ehe nahezu abriss.

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