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Die Vermögensfrage : Breite Streuung ist die beste Vorsorge gegen Verluste

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Kai

Viele Privatleute haben gewaltige Probleme mit der Festlegung und Umsetzung einfacher Anlagestrategien. Die Vermögensfrage.

          6 Min.

          Das neue Jahr ist noch jung. Trotzdem plagt manchen Anleger schon wieder der Gedanke, wie sich die Kapitalmärkte in den nächsten Wochen entwickeln werden. Die wirtschaftlichen Ereignisse des letzten Jahres sind zum Teil grausam, und die Finanzkrise hat bei vielen Privatleuten das Gefühl ausgelöst, dass es keine Sicherheit mehr gibt. Der Eindruck ist richtig und wahrscheinlich die beste Lektion, die das vergangene Jahr liefern konnte. Es gibt weder in der Liebe noch in der Gesundheit noch beim Geld Garantien, und daran wird sich auch in diesem Jahr nichts ändern. Hinzu sollte nur die Erkenntnis kommen, dass werthaltige Geldanlagen nicht beliebig vermehrbar sind Wer in der Hoffnung lebt, durch Zinsen und Zinseszinsen reich zu werden, sollte diesen Traum so bald wie möglich begraben, weil die Natur in anderen Maßstäben wächst.

          Vor diesem Hintergrund können Anleger nur an dem bewährten Prinzip festhalten, dass die breite Streuung in einfache Geldanlagen und die Hoffnung auf bescheidene Erträge die beste Vorsorge gegen die Widrigkeiten des Alltages sind. Umgekehrt bezahlen Investoren, die von 6 oder 8 Prozent jährlich träumen und ihre Pläne ständig über den Haufen werfen, viel Geld für diese Einstellung. Daher sollte das neue Jahr mit der Bilanz des Vermögens beginnen und mit der Einstellung fortgesetzt werden, dass Strategien keine Eintagsfliegen sind. Wie das geht, wird in folgendem Beispiel deutlich.

          Kampf gegen die Angst

          Ein Anleger ist 60 Jahre alt, und seine Frau ist 59 Jahre jung. Die beiden Anleger haben sich im Laufe ihres Lebens ein kleines Vermögen aufgebaut. Das Ehepaar wohnt in einem schuldenfreien Eigenheim, das ungefähr 300.000 Euro wert ist. Die monatlichen Rentenansprüche ab dem 65. Geburtstag summieren sich auf 3000 Euro. Auf den Konten mehrerer Banken liegen Festgelder in einer Größenordnung von 50.000 Euro, Sparbriefe im Umfang von 100.000 Euro, Staatsanleihen im Wert von 150.000 Euro und Aktien mit einem Marktpreis von 200.000 Euro.

          Das Vermögen sollte Anlass sein, um sich auf den bevorstehenden Ruhestand zu freuen. Davon sind die beiden Anleger im Moment aber weit entfernt. Sie machen sich Sorgen über das freie Vermögen und haben das Gefühl, mit den Anlagen unter die Räder zu geraten. Wie können die Anleger ihre Angst bekämpfen? Wie sollen sie sich gegen die täglichen Meldungen über wackelnde Banken, schwankende Börsenkurse und taumelnde Staaten zur Wehr setzen? Die Antwort ist einfach, doch die Umsetzung ist schwierig. Das Ehepaar sollte weder Quartals- noch Jahrespläne, sondern eine Strategie entwickeln, wie das Geld bis zum Ruhestand anzulegen ist. Sie sollten den Plan mit Hartnäckigkeit umsetzen, und sie sollten, das ist vielleicht die wichtigste Botschaft, weniger in den Fernseher und die Zeitung schauen, weil schlechte Nachrichten das Leben erheblich verkürzen können.

          Aufteilung des Vermögens

          Sinn und Zweck der Bilanz ist die sinnvolle Aufteilung des Vermögens. Seit Jahr und Tag wird über die Qualität der Finanzberatung in Banken, Bausparkassen und Versicherungen geschimpft. Die Anleger vermissen zum Beispiel, dass sich viele Berater nicht genügend Zeit nehmen, um mit ihren Kunden ausführlich über das gesamte Privatvermögen zu sprechen, und sie ärgern sich darüber, dass die meisten Beratungen in schnelle Empfehlungen münden, das Geld in diese oder jene Anlage zu stecken.

          Die Kritik ist zum Teil berechtigt, doch die Anleger tragen ihren Teil zu der heiklen Beziehung zwischen Bank und Kunde bei. Erstens legen sie die Karten nicht auf den Tisch, weil die Bank nicht alles wissen soll. Zweitens fällt es vielen Leuten schwer, offen über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen. Da ist es drittens kein Wunder, dass klare Ziele auf der Strecke bleiben. Und viertens haben Anleger an die Berater falsche Erwartungen. Es gibt keinen Menschen, der in die Zukunft sehen kann, aber offenbar viele Anleger, welche diese Banalität nicht akzeptieren wollen.

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