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Die Vermögensfrage : Bestehende Anlagen für das Eigenheim auflösen

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„Aber es ist doch schon mal gut, dass Sie keine weißen Mäuse sehen...“ Bild: Kai

Der Verkauf von Geldanlagen und die Kündigung von Sparverträgen sind für viele Privatleute große Herausforderungen. Doch dies ist das sicherste Fundament für ein Eigenheim.

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          Eigenkapital ist das Fundament jedes Eigenheims. Die Auswirkungen dieser trivialen Erkenntnis bekommen in erster Linie die Spitzenverdiener zu spüren, die jeden Monat hohe Summen nach Hause tragen, aber kaum Geld auf die hohe Kante gelegt haben. Sie haben bei den Verhandlungen mit Banken schlechte Karten, die benötigten Kredite für ein Eigenheim zu bekommen. Gelingt es ihnen doch, die Gesprächspartner von ihrer Bonität zu überzeugen, büßen die Kreditnehmer aber bei den Konditionen. Sie müssen zum Teil zwischen 50 und 100 Basispunkte zusätzlich bezahlen, weil sich die Banken ihre Risikobereitschaft angemessen honorieren lassen.

          Das vorhandene Eigenkapital erfüllt für den Kreditgeber zwei Aufgaben. Es verringert das Ausfallrisiko, da nicht die volle Bau- oder Kaufsumme des Eigenheims kreditiert wird. Und es zeigt dem Darlehensgeber, wie Privatleute in der Vergangenheit mit Geld umgegangen sind. Wer in den letzten Jahren gespart hat und heute über Eigenkapital verfügt, das 20 bis 25 Prozent der geplanten Investition beträgt, gilt als fleißig und sparsam. Umgedreht wird als Lebemann eingestuft, wer in der Vergangenheit trotz eines Einkommens von 75000 oder 100000 Euro im Jahr nur wenig oder gar nichts zur Seite gelegt hat. Ihm misstrauen die Banken, und er dürfte es schwer haben, die Kreditgeber zu überzeugen, dass er den Gürtel in Zukunft enger schnallen kann und will.

          Jede Geldanlage im Detail untersuchen und bewerten

          Wenn das notwendige Eigenkapital auf dem Konto liegt, sind trotzdem nicht alle Sorgen vom Tisch. In vielen Fällen steht das Eigenkapital, wenn das passende Objekt gebaut oder gekauft werden soll, nicht sofort, sondern erst in einigen Monaten oder Jahren zur Verfügung. Folglich stellt sich die Frage, ob die Anlagen aufgelöst werden sollen oder ob es vorteilhafter ist, die Verträge bis zur Fälligkeit zu halten und so lange einen Kredit aufzunehmen. Hier gibt es keine Patentrezepte. Jede einzelne Geldanlage muss im Detail untersucht und bewertet werden - wie in folgendem Beispiel.

          Ein Ehepaar, er ist 35 Jahre alt, sie ist 33 Jahre jung, möchte ein Eigenheim kaufen, das einschließlich aller Nebenkosten etwa 400000 Euro kostet. Die beiden Anleger haben in den letzten Jahren 100000 Euro angespart. Sie verteilen sich auf Aktien, Bausparverträge, Lebensversicherungen und Anleihen. Das Aktiendepot hat einen Marktwert von 25000 Euro. In zwei Bausparverträgen, die vor Jahren abgeschlossen worden sind, liegen Guthaben von 10000 und 15000 Euro. Die Rückkaufswerte der beiden Lebensversicherungen, die ein Freund vor langer Zeit vermittelt hat, betragen 30000 Euro. Die Anleihen sind zur Zeit ungefähr 20000 Euro wert. Die Privatleute stellen sich die Frage, was sie mit dem zweiten Bausparvertrag und den beiden Lebensversicherungen machen sollen, weil die Verträge erst in 36 Monaten beziehungsweise in 25 Jahren fällig werden. Die Frage gilt freilich für sämtliche Anlagen: Sollen die Verträge aufgelöst werden, um die Geldaufnahme zu minimieren? Oder sind einzelne Verträge so lukrativ, dass sich parallele Kredite lohnen? Die Entscheidung hängt - aus rationaler Sicht - von der Frage ab, wie lange die Finanzierung dauert, wie teuer die Kredite in dieser Zeit sind und wie rentabel die Geldanlagen während der Tilgung sind.

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