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Die Vermögensfrage : Früh spart, wer einmal reich werden will

Zinseszinseffekt: Wer sein Geld in Sparschweinchen steckt, dessen Vermögen wird sich nicht vermehren. Bild: ddp Images

Geldanlage hat viel mit Disziplin zu tun. Wer sich in jungen Jahren zum regelmäßigen Sparen durchringen kann, der wird fürstlich belohnt - dank der verblüffenden Effekte der Prozentrechnung.

          Millionär zu werden ist eigentlich gar nicht so schwer. Es reicht ein Startkapital von einem Euro. Das muss nur zwanzig Jahre lang jedes Jahr verdoppelt werden. Schon ist die Million erreicht. Wer das zehn weitere Jahre durchhält, der ist Milliardär. Skeptiker werden einwenden, dass eine regelmäßige Kapitalverdopplung nicht ohne große Risiken möglich ist und schnell in einer vollständigen Kapitalvernichtung enden kann. Sie haben recht. Das Beispiel zeigt aber den enormen Effekt der Potenzrechnung. Wer die Zahl Zwei nur fünfzigmal mit sich selbst multipliziert, kommt auf ein Ergebnis von mehr als 2 Billiarden, also einer Zwei mit 15 Nullen.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Passenderweise lautet eine Übersetzung von „potentia“ aus dem Lateinischen „Vermögen“. Denn wer ein Vermögen aufbauen will, muss sich der verblüffenden Effekte der Potenzrechnung bewusst sein. In der Finanzwelt wird dieser Effekt als Zinseszins bezeichnet. Illustriert werden soll dies anhand von Sparplänen.

          Ein Berufsanfänger, 25 Jahre jung, entschließt sich, einen ETF-Sparplan abzuschließen. Er will keine hohen Risiken eingehen, ist sich aber bewusst, dass im aktuellen Zinsumfeld ein Sparen auf einem nahezu unverzinsten Konto oder Sparbuch für die Altersvorsorge nicht viel bringen würde. Deswegen entscheidet er sich für einen Indexfonds (ETF) aus dem Anleihebereich. Für einen konservativen Ansatz würde sich zum Beispiel der iShares Government Germany auf deutsche Staatspapiere anbieten.

          Etwas mutiger wäre der db X-Trackers Sovereigns Eurozone auf europäische Staatspapiere oder der iShares Corporate Bond Large Cap auf die Anleihen großer europäischer Unternehmen. Wie sich diese ETFs entwickeln werden, ist ungewiss. Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt jedoch, dass eine breite Auswahl von Anleihen nur sehr selten zu Verlusten führt. Es lässt sich vielmehr eine relativ stabile Aufwärtsentwicklung erwarten.

          Um rechnen zu können, ist eine Annahme nötig. Wir gehen an dieser Stelle von einer in der Vergangenheit nicht unüblichen Wertentwicklung von durchschnittlich gut 4 Prozent im Jahr aus. Das ist nicht übertrieben. Der Fondsbranchenverband BVI weist aktuell für Euro-Rentenfonds mit Anlagezeiträumen zwischen 10 und 35 Jahren Renditen von 4 bis gut 5 Prozent nach Gebühren aus. Eine Garantie, dass diese Renditen künftig wieder erzielt werden, gibt es freilich nicht.

          Für einen ETF hat sich der Anleger entschieden, weil der ihn im Jahr nur etwa 0,2 Prozent Verwaltungsgebühren kostet. Fonds, bei denen ein Fondsmanager versucht, eine bessere Entwicklung als der Markt zu erzielen, sind deutlich teurer. Im Anleihebereich ist mit etwa 1 Prozent im Jahr zu rechnen. Hinzu kommen in aller Regel Ausgabeaufschläge beim Kauf der Produkte. Im Ergebnis sind auch nur manche Fonds besser als ein bloß einen Index nachbildender ETF, andere dafür sogar schlechter. Deswegen fühlt sich der Berufsanfänger mit einem günstigeren ETF wohler.

          So funktioniert der Sparplan

          Sparpläne werden von Banken indes nicht kostenlos angeboten. Sie erheben Gebühren. Auch hier gibt es große Unterschiede. Der Berufsanfänger ist Kunde einer Direktbank, da er die Filiale vor Ort nicht braucht. Die Gebühren für den Sparplan betragen hier 1,75 Prozent und liegen damit eher im günstigen Bereich für Sparpläne. Von jeden 100 Euro, die der Berufsanfänger in seinen Sparplan einzahlt, gehen damit 1,75 Euro an die Bank. Dafür kauft sie für ihn jeden Monat einen entsprechenden Anteil an dem Indexfonds. Würde der Anleger das jeden Monat selbst machen, fielen jedes Mal die Handelsgebühren der Bank und eventuell der Börse an, was in der Regel wesentlich teurer wäre. Der Sparplan ist auch wesentlich günstiger als eine Lebensversicherung oder Riester-Rente und erscheint dem Berufsanfänger flexibler.

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