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Die Vermögensfrage : Früh spart, wer einmal reich werden will

Welche Aktienfonds sich eignen

Die positiven Effekte der Potenzrechnung kommen für den Sparer nicht nur dann besonders deutlich zum Tragen, wenn er früh mit dem Sparen anfängt. Sie sind auch umso größer, je höher die Rendite ist. Deshalb ist die derzeitige Niedrigzinsphase für Sparbuchinhaber auch so bitter, da der Zinseszinseffekt praktisch ausfällt. Deswegen ist es aber auch nicht allzu verwegen, über Alternativen zum Sparbuch, aber auch zu Anleihen-ETFs nachzudenken. Deren Rendite ist im Gegensatz zum Sparbuch ordentlich und das moderate Risiko für manchen Sparer schon fast des Guten zu viel. Doch darf der Hinweis nicht fehlen, dass es gerade für das langfristige, regelmäßige Sparen in einem Sparplan mit Aktien eine nahezu maßgeschneiderte Anlageform gibt.

Das Deutsche Aktieninstitut hat mit dem Renditedreieck die langfristige Stärke von Aktien anschaulich aufbereitet. Es zeigt die Aktienrendite in Abhängigkeit von der Anlagedauer. So sind das Zerplatzen der Dotcom-Blase in den Jahren 2000 bis 2002 und auch die Finanzkrise mit dem Kursrutsch im Jahr 2008 für den langfristigen Aktienanleger zwar keine schönen Ereignisse gewesen. Sie haben seine Rendite jedoch nur kurzzeitig geschmälert. Wer lange dabeibleibt und wie bei einem Sparplan regelmäßig einzahlt und damit nicht Gefahr läuft, komplett zum falschen Zeitpunkt einzusteigen, der kann mit einer durchschnittlichen Rendite am Aktienmarkt von 8 Prozent inklusive Dividendenzahlungen rechnen.

Auch hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Das Standardprodukt für einen deutschen Anleger wäre der iShares Dax mit jährlichen Gebühren von 0,15 Prozent. Etwas europäischer orientiert wäre zum Beispiel der db X-Trackers Euro Stoxx 50, der sogar ganz ohne jährliche Gebühren angeboten wird. Etwas teurer mit 0,45 Prozent wäre der Lyxor MSCI All Countries World, der breit gestreut in Aktien auf der ganzen Welt anlegt. Wie auch bei den Anleihen empfehlen sich die ETFs für den Sparplan, da für aktiv gemanagte Aktienfonds in der Regel Gebühren von 1,5 Prozent im Jahr zu veranschlagen sind, die in der Regel nicht durch ein besseres Anlageergebnis gerechtfertigt werden.

Sollte unser 25 Jahre junger Berufsanfänger also nicht nur die Disziplin zum monatlichen Sparen von 100 Euro aufbringen, sondern dies auch noch in einem Aktien-Indexfonds tun, der seine Rendite der Vergangenheit von durchschnittlich 8 Prozent im Jahr auch in der Zukunft bestätigt, so würde ihn dies im Alter von 65 Jahren auf eine Ansparsumme von knapp 319.000 Euro bringen – und damit bald auf das Dreifache des Anleihesparers. Die eingezahlte Summe beläuft sich wieder auf 48.000 Euro, und die Bank bekommt wieder 840 Euro, doch der Ertrag der Aktienanlage summiert sich auf 272.000 Euro.

Bevor der Anleger ob dieser Aussichten in Euphorie verfällt, sollte er den Fiskus nicht vergessen. Die jährlichen Dividenden, die etwa 2 bis 3 Prozentpunkte zur Rendite beitragen dürften, sollten anfangs komplett und später zumindest zu einem Gutteil vom Sparerfreibetrag gedeckt sein. Die Kursgewinne sind jedoch am Ende voll zu versteuern, so dass durchaus einige zehntausend Euro weniger beim Anleger verbleiben könnten.

Auch hier wird die Disziplin in jungen Jahren belohnt. Wer 20 Jahre später anfängt zu sparen, muss im Aktienbeispiel sogar monatlich 566 Euro sparen, um vor Steuern auf die knapp 319.000 Euro zum 65. Geburtstag zu kommen. Wer nur zehn Jahre spart, braucht 1788 Euro. Zudem steigt mit kürzeren Anlagezeiträumen das Risiko, am Aktienmarkt eben nicht 8 Prozent im Jahr zu erzielen, sondern eine immer wieder vorkommende Schwächephase von zwei, drei Jahren voll erwischt zu haben. In den schwächsten Zehnjahreszeiträumen stand am Ende kaum mehr als eine Rendite von null Prozent.

Es bleibt daher dabei: Ein ordentliches Vermögen kann am einfachsten und sichersten aufbauen, wer sich den Zinseszins zum Freund macht und früh anfängt zu sparen – auch wenn dabei doch nur selten eine Million herauskommt.

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